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Aachen: Spenden mit der lukullischen Stadtführung für Genießer in Aachen

Aachen : Spenden mit der lukullischen Stadtführung für Genießer in Aachen

Häppchenweise Öcher Köstlichkeiten genießen — und dabei auch noch bedürftigen Kindern und Jugendlichen helfen? Kein Problem mit der lukullischen Stadtführung für Genießer in Aachen. Initiatorin war vor acht Jahren Karin Wisgens, die lange Zeit einen Käseladen an der Pont­straße führte.

Das Rezept ist einfach, aber wirkungsvoll: köstliche Häppchen, unterwegs serviert, angereichert mit Anekdoten und Geschichten aus dem alten Aachen, abgerundet mit einem Tropfen aus Kaiser Karls Kräutergarten.

Mehr als 50.000 Euro kamen mittlerweile für den guten Zweck zusammen. Denn mit dem Erlös dieser kurzweiligen Stadtführung mit Ulla Borsch spenden die beteiligten Geschäftsleute für gemeinnützige Aktionen für Kinder in der Aachener Region.

Längst ein Selbstläufer

Für Gruppen von mindestens zehn bis maximal 16 Personen gibt es die Möglichkeit, einen Wunschtermin von montags bis samstags zu reservieren. Treffpunkt ist am Elisenbrunnen an der Rotunde. An jedem ersten Freitag im Monat findet um 16 Uhr eine offene Führung statt, an der auch Einzelpersonen teilnehmen können. Der Preis pro Person beträgt zehn Euro.

Eine Anmeldung im Weinhaus Lesmeister ist erforderlich. „Diese Stadtführung ist mittlerweile ein Selbstläufer. 90 Prozent der Teilnehmer sind Aachener Bürger. Viele sind Wiederholungstäter, und die Führung ist auch eine beliebte Geschenkidee zu runden Geburtstagen“, meint Borsch.

Jeweils 7000 Euro hat „Aachen häppchenweise“ jetzt an das Projekt „Schüler kochen für Schüler“ der Hauptschule Aretzstraße und das Zentrum für soziale Arbeit Aachen in Burtscheid gespendet. Dass sich Geschäftsleute derart sozial engagieren und ihren Schwerpunkt auf Hilfe für Kinder und Jugendliche im Bereich der Ernährung setzen, begrüßt Manfred Paul, langjähriger Leiter der GHS Aretzstraße und Vorsitzender des Vereins „Jugendliche powern ohne Gewalt“.

Seit zehn Jahren besteht an der Hauptschule das Projekt „Schüler kochen für Schüler“. Jeden Tag bereitet eine Gruppe der vier neunten Schuljahre das Salatbuffet zu. Da wird geschnibbelt und gehobelt, dass es eine wahre Freude ist, wie Schulleiterin Dr. Dagmar Castillo erzählt.

Die Schüler können sich am Buffet selbst ihren Wunschsalat zusammenstellen, denn die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Für nur zwei Euro -— ein Euro wird gesponsert — gibt es für jeden Schüler ein möglichst gesundes Mittagessen mit einer warmen Mahlzeit, Salat und einem Getränk. Das Gemüse wird auf dem Biohof Gut Hebscheid in Grüne angebaut, so schließt sich die Kette von Produktion, Zubereitung und Genuss.

Eine Küche fehlt

Am Zentrum für soziale Arbeit Aachen werde dringend eine neue Küche für eine der Jugendgruppen benötigt, wie Teamleiter Günter Kriescher und die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Frauenvereins, Ute von Lossow, erklären. Und einige der hier untergebrachten jungen Flüchtlinge besuchen die Hauptschule Aretzstraße, weshalb sich auch hier der Kreis schließt.