Aachen: Spenden für die Pflege der Kriegsgräber

Aachen : Spenden für die Pflege der Kriegsgräber

Musik und scheppernde Spendenbüchsen erregten die Aufmerksamkeit der Bürger in der Innenstadt. In der Rotunde des Elisenbrunnens fand der offizielle Auftakt zur Haus-, Straßen- und Friedhofssammlung vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Aachen statt. Die Sammlung dauert vom 30. Oktober bis 15. November.

„Während Pflege und Erhalt der Kriegsgräber in Nordamerika, Frankreich und den Commonwealth-Staaten komplett steuerfinanziert sind, obliegt diese Aufgabe in Deutschland einem gemeinnützigen Verein“, erklärt Martin Gadow, Bezirksgeschäftsführer beim Bezirksverband Köln-Aachen vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die jährliche Sammlung im Herbst solle die Thematik zudem ins öffentliche Bewusstsein rücken — gerade auch bei jungen Leuten.

Der öffentliche Auftakt am Elisenbrunnen, der musikalisch von der Zollkapelle Aachen unter der Leitung von Ulrich Wagemann-Barbische begleitet wird, macht dies möglich.

Prominente Aachener wie der erste stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck, Oberstleutnant Volker Schmank als Vertreter des Standortältesten und Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt mischen sich mit den Sammeldosen unter die Passanten.

Der 1919 gegründete Verein Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erhält 2,7 Millionen Kriegsgräber auf 832 Kriegsgräberstätten in 45 Ländern Europas und in Nordafrika. „Der Erhalt dient der Erinnerung an die Kriegstoten, als Mahnung für die Lebenden, als friedenspädagogische Lernorte für nachwachsende Generationen und als Aufforderung zu Frieden, Versöhnung und Völkerverständigung“, betont Gadow. Ein Drittel des jährlichen Finanzierungsbedarfs wird vom Bund beigesteuert, zwei Drittel der Aufwendungen müssen aus Mitgliederbeiträgen, Erbschaften und Spenden erbracht werden.

„Die Haus-, Straßen- und Friedhofssammlung ist dabei eine wichtige Säule. Im vergangenen Jahr kamen in Aachen, Eschweiler und Stolberg insgesamt 4065 Euro zusammen. 80 Sammler waren zwei Wochen unterwegs“, freut sich Ellen Leinbach, Geschäftsführerin beim Kreisverband Städteregion Aachen. Nur in Bonn und Siegburg gebe es ebenfalls einen solchen öffentlichen Sammlungsauftakt. Dort wird er begleitet vom Musikkorps der Bundeswehr.

„Wir sammeln jedes Jahr mit unseren Bundeswehr-Reservisten auf den Friedhöfen. Dabei entwickeln sich gute Gespräche mit Jung und Alt. Es macht viel Spaß“, erzählt Sammlungsbegleiter Helmut Rossbach. Gerade die älteren Leute berichteten natürlich noch oft von Kriegserinnerungen.

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