Aachen: SPD und Linke sorgen sich um die Quartiersarbeit

Aachen : SPD und Linke sorgen sich um die Quartiersarbeit

SPD und Linke sorgen sich um die künftige finanzielle Ausstattung für die Quartiersarbeit. Sie werfen vor allem der schwarz-gelben Landesregierung vor, ein bewährtes Förderprogramm abschaffen zu wollen.

„Sparen an der Stelle findet niemand lustig“, meint SPD-Fraktionsgeschäftsführerin Daniela Lucke. Auf Seiten der Linken befürchtet die sozialpolitische Sprecherin Leona Piana „angesichts der bisherigen unsozialen Politik der Landesregierung“, dass sie nun auch der Quartiersarbeit den Geldhahn zudrehen wolle.

Die neue Linie der Landesregierung wurde der schwarz-roten Ratsmehrheit kürzlich im Sozialausschuss vor Augen geführt. Dort mussten sie eine Absage für ein altengerechtes Projekt in Burtscheid hinnehmen. CDU und SPD hatten zuvor gemeinsam einen Antrag eingebracht, um ein Quartier zu entwickeln, in dem die Bewohner auch im Alter in ihren Wohnungen und ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Vor allem die SPD hat die sozial ausgerichtete Quartiersarbeit zu einem ihrer Schwerpunktthemen erklärt.

Das Förderprogramm zur Entwicklung altengerechter Quartiere „war ein gutes Programm“, sagt Daniela Lucke. Ihre Partei hofft daher darauf, dass nun noch andere Mittel aufgetan werden können, um es fortzusetzen.

Und tatsächlich scheint die Verwaltung mit ihrer Suche nach alternativen Fördermöglichkeiten erfolgreich zu sein, wie Evelin Wölk vom Presseamt andeutet. Noch gibt es zwar kein endgültiges Ja für die neue Quartiersentwicklung in Burtscheid, allerdings befänden sich „sehr positive“ Gespräche jetzt in der Endabstimmung.

Ungewiss ist hingegen noch, wie es mit der Quartiersarbeit bei der Flüchtlingsintegration in Eilendorf, Richterich, am Kronenberg und in Aachen-Nord weitergeht. Diese Förderprogramme waren laut Wölk von vornherein zeitlich auf zwei Jahre begrenzt. Sie laufen demnach planmäßig Ende 2018 aus.

Widerspruchslos hinnehmen will das die Linke dennoch nicht. Die zentrale Aufgabe bestehe darin, die geflüchteten Menschen nach der Erstaufnahme in ihrem neuen Wohnumfeld sozial zu integrieren, betont Linken-Fraktionsvorsitzender Leo Deumens. Ein Miteinander von Alteingesessenen und Neuzugezogenen könne sich nur langfristig entwickeln, ist er überzeugt.

Daher müsse das Quartiersmanagement bei der Flüchtlingsintegration über das Jahr 2018 hinaus erhalten bleiben. Auch dafür sollten neue Fördermöglichkeiten erschlossen werden, fordert die Linke in einem Ratsantrag.

(gei)
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