Aachen: SPD: Neue Wohnformen fördern

Aachen: SPD: Neue Wohnformen fördern

Die Genossen entdecken die Genossenschaften wieder. Am Rande des geplanten größten Neubaugebietes Richtericher Dell erläuterte am Montag die SPD-Spitze, weshalb sie sich für die Förderung neuer Formen des Wohneigentums einsetzt, eben über eine Genossenschaft oder andere Arten von Zusammenschlüssen von Bauwilligen, etwa als GbR.

Oberbürgermeisterkandidat Björn Jansen: „Man geht davon aus, dass solche Projekte bis zu 20 Prozent günstiger errichtet werden können.“ So könne man auch Eigentum für mittlere oder kleinere Geldbeutel schaffen, dabei könne Eigenleistung eine wichtige Rolle spielen. Schließlich werde der Bedarf an bezahlbaren Wohnungen und Häusern in diesen Einkommensklassen immer größer, erläutert SPD-Vorsitzender Karl Schultheis.

„Jedes Jahr fallen rund 500 Wohnungen aus der Sozialbindung.“ Einstmals habe die Stadt über rund 13.000 öffentlich geförderte Wohnungen verfügt, inzwischen sei man bei nur noch 9400 angekommen. Manfred Kuckelkorn, stellvertretender Richtericher Bezirksbürgermeister: „Der Boden ist das Teuerste bei Bauen.“ Da in dem Gebiet die meisten Grundstücke der Stadt gehörten, „können wir hier Einfluss nehmen“.

Zu anderen Preisen

Schließlich würden neu gegründete Wohnungsgenossenschaften oder auch Baugruppen vom Land gefördert, etwa durch Übernahme der Kosten für die Projektentwicklung (etwa für Gutachten, Wirtschaftlichkeitsberechnungen oder Rechtsberatung). Allerdings gelte das nur für Projekte, die sozial geförderte Mietwohnungen oder den Eigentumserwerb für Menschen innerhalb der Einkommensgrenzen bezweckten und eine besondere soziale Komponente umfassten, etwa die Integration älterer oder behinderter Menschen oder die Stadtteilarbeit.

Als Starthilfe könnten dann Darlehen durch Landesbürgschaften abgesichert werden. Schultheis: „Dann können Gebäude zu anderen Preisen verkauft werden. Wir wollen dass die Stadt dafür wirbt, dass sich solche Gruppen bilden können.“

Klar ist für Schultheis („Richtericher Dell ist eine Herausforderung“), dass erst die Verkehrsanbindung für das Gebiet, in dem in den nächsten Jahrzehnten bis zu 3000 Menschen angesiedelt werden sollen, geschaffen wird: „Bevor hier überhaupt was begonnen wird, muss die Erschließungsstraße fertig sein. Die Straßen Richterichs lassen keine zusätzliche Belastung zu.“

Ohnehin bedauere er, dass die Planung dieser Umgehungsstraße „jahrelang verzögert“ worden sei. „Man hat immer wieder gedacht, dass man dran vorbeikommt.“ Ist das Kritik an der Planungsdezernentin (und grünen OB-Kandidatin) Gisela Nacken? Schultheis will nicht widersprechen. Es seien immer nur Häppchen geliefert worden: „Etwa Handfestes habe ich noch nicht gesehen.“

Dabei stehe Richterich mehrheitlich dem Großvorhaben aufgeschlossen gegenüber, erläutert Manfred Kuckelkorn: „Hier ist jeder Bürger herzlich willkommen.“ Schließlich gehe die Einwohnerzahl des Stadtbezirks seit Jahren zurück, von 9400 im Jahr 2004 auf jetzt 8700. Seine Begründung: Die Wohngebiete, die vor 25 Jahren erschlossen wurden, etwa an der Grünenthaler Straße, seien geschrumpft: „Die Kinder sind jetzt aus dem Haus.“ Diese Gebiete seien zuvor Wiesen gewesen, begegnen die SPD-Politiker der Kritik einer Bürgerinitiative.

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