SPD in Aachen-Brand möchte Anlieger entlasten

Thema in der Bezirksvertretung : Laubkisten für die Stadtbezirke? Keine gute Idee, sagt die Verwaltung

Wer in den Aachener Außenbezirken zur Straßenreinigung verpflichtet ist, hat im Herbst viel Laub zu fegen. Die Verwaltung hält aber nichts davon, dafür spezielle Laubkisten aufzustellen – auch aus Gründen der Gebührengerechtigkeit.

Große Mengen an Blättern fallen im Herbst von den Bäumen. Sieht schön aus, macht aber auch viel Arbeit. Und wohin mit all dem Laub? Könnte man nicht an zentralen Stellen große Körbe oder Kisten für die Blätter aufstellen und den Anwohnern in Brand so die Straßenreinigung und die Beseitigung der Blätter erleichtern? Im Oktober hatte Bezirksvertreterin Doris Müller (SPD) diese Anregung vorgebracht und um Prüfung gebeten.

Die Verwaltung hat sich Gedanken gemacht – nicht nur für Brand, sondern fürs ganze Stadtgebiet. Das Ergebnis wird am 31. Januar in der Bezirksvertretung Brand behandelt.

Etwa 120.000 Bäume gibt es in Aachen, gut ein Viertel davon, rund 35.000, im öffentlichen Straßenraum. Etwa 1000 Tonnen Laub, hat der Aachener Stadtbetrieb ausgerechnet, müssen jedes Jahr im Oktober und November eingesammelt und entsorgt werden. Die Leute vom Stadtbetrieb kehren auf 1160 Kilometern Straße und Gehweg die Blätter zusammen, für weitere 728 Kilometer in den Außenbezirken aber sind die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke für die Reinigung zuständig. So ist es in der städtischen Straßenreinigungs- und Gebührensatzung geregelt.

Doris Müller hatte in ihrem Antrag argumentiert, dass die Biotonne mittlerweile nur noch alle zwei Wochen geleert werde und für derart viel Laub ohnehin nicht groß genug sei. Die Verwaltung weist in ihrer Stellungnahme auf weitere Stellen hin, wo der Bürger sein Laub kostenlos loswerden kann: am Kompostplatz Brand, am Recyclinghof Kellershaustraße oder an einem der 27 Standorte der mobilen Grünschnittsammlung. Man könne das Laub auch zwischenlagern und dann nach und nach über die Biotonne entsorgen, heißt es.

Nicht nur Laub in den Kisten

Gegen die flächendeckende Aufstellung von Laubboxen sprechen aus Sicht der Verwaltung die Kosten, die durch die Anschaffung der Kisten, zusätzliche Entsorgungsfahrten und notwendige Sondernutzungsgenehmigungen entstehen würden. Und leider, argumentiert die Stadt, lande nicht nur Laub in den Kisten. Das habe sich in den Kommunen ringsum gezeigt, die solche Kisten bereits im Einsatz haben. In der Stadt Würselen etwa liege der „Fehlbefüllungsgrad“ bei etwa 30 Prozent. Was nicht in die Kiste gehört, muss dann nachträglich aussortiert werden, und auch das geht ins Geld. Die Verwaltung befürchtet auch, dass neben solchen Kisten Abfälle und Sperrmüll illegal abgestellt werden.

Und schließlich: Die Anwohner in den Aachener Außenbezirken würden per Satzung zwar zur Gehwegreinigung verpflichtet, dafür zahlten sie aber auch deutlich weniger Straßenreinigungsgebühren als in Aachen-Mitte. In den Stadtbezirken Laubboxen aufzustellen führe also zu einer „Ungleichbehandlung“ bei den Gebühren, folgert die Verwaltung. Schließlich müsse die Entsorgung des Laubs aus den Kisten über die Gebühren auf die Allgemeinheit umgelegt werden.

Für Ältere ein Problem

Die Brander Bezirksvertretung berät am Donnerstag, 31. Januar, ab 17 Uhr im Sitzungssaal, Paul-Küpper-Platz 1, über das Thema. Doris Müller kann die Argumentation der Verwaltung zwar verstehen. „Aber ich bin von vielen Bürgern hier in Brand auf das Thema angesprochen worden“, sagt sie. „Vor allem ältere Leute schaffen es häufig nicht, das Laub zum Kompostplatz zu bringen.“ Die Bäume an manchen Straßen in Brand hätten zudem mittlerweile mächtige Kronen. Da falle auch immer mehr Laub an.

Der Brander Bezirksbürgermeister Peter Tillmanns erklärte auf Anfrage, er könne dem Stadtbetrieb in dessen Meinung folgen. Auch er verweist auf den Aspekt der Gebührengerechtigkeit. „Die Satzung bürdet den Anliegern die Reinigung auf. Für die Bürger ist das blöd und lästig. Aber zusätzliche Laubkisten oder andere Entsorgungssysteme? Ich wüsste nicht, wie das gehen sollte.“

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