Spaziergang durch die Aachener Galerien

Kunstgeschichten : Göttliche Details rund um Bauhaus-Kunst

„God is in the details“ nennt sie die vielseitige Gruppenausstellung in der Galerie Freitag 18.30, die sich anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Bauhauses mit diesem seinerzeit revolutionären und heute fast klassischem Stil beschäftigt.

Sascha Berretz, Künstler der Galerie, beschäftigt sich seit Langem fast ausschließlich mit den von klaren Linien und Transparenzen gekennzeichneten Bauten des Aachener Stararchitekten Mies van der Rohe in ihrer Auseinandersetzung mit der Natur. Seine äußerst aufwendigen Gemälde entstehen in Dutzenden von Farbaufträgen und enthüllen wie verrätseln die meist in den USA stehenden Bauten. Äußerst interessant und aufschlussreich sind die Collagen von Werner Blaser, der als Fotograf Mies van der Rohe bei seiner Arbeit begleitete und sie dokumentierte, einzigartig setzt sich die Kölner Künstlerin Lilith Linder mit ihren Papier-Schnitten und -rissen mit der einstigen Schirmfabrik Brauer, die heute das Ludwig Forum beherbergt, auseinander. Weitere in der Ausstellung vertretene Künstler sind Tobias Stutz und Tom Schmelzer, die sich mit überraschenden Herangehensweisen und einem Schuss Humor dem Thema Bauhaus in seiner „Göttlichkeit“ widmen. Alle Werke verstehen sich in ihrer Auseinandersetzung mit dem Bauhaus als Hommagen an den großen Meister aus Aachen, ohne ihn zu kopieren, sondern ihn aus individueller künstlerischer Sicht 100 Jahre später zu würdigen.

Die Ausstellung steht und hängt noch bis zum 28. Juni an der Steinkaulstraße 11 und kann donnerstags von 14 bis 21 Uhr, freitags von 18.30 bis 21 Uhr und samstags von 14 bis 21 Uhr oder nach Absprache unter Telefon 0163/ 606 66 22 besichtigt werden (www.freitag1830.de).

Einen vielseitigen Künstler, der in vielen Genres zwischen Malerei und Zeichnung, Fotografie und Collage sowie Skulptur und Installation tätig ist, konnte das Softwarehaus Gypsilon mit dem Würselener Willi Lemke gewinnen. Er zeigt eine umfangreiche Werkschau unter dem Titel „Years of Art“, um die Bandbreite seiner Arbeiten zu demonstrieren. Zu sehen sind die Bilder und Objekte an der Pascalstraße 71 in Oberforstbach vom 21. Juni bis zum 16. Juli täglich zu den üblichen Büro-Öffnungszeiten. Die Vernissage findet am 21. Juni, 17 Uhr, statt.

Der niederländische Fotograf Ed Hoogenboom geht nicht nur als Besucher auf Flohmärkte, sondern vor allem, um Händler und Käufer zu porträtieren und mehr über ihre oft langjährigen Beziehungen untereinander zu erfahren. Am ehemaligen deutsch-belgischen Grenzübergang, im Kukuk an der Grenze, Eupener Straße 420, stellt er noch bis zum 28. Juli Fotografien aus, die überwiegend auf Trödelmärkten in Hauset entstanden sind. Geöffnet ist die Ausstellung freitags und samstags von 14 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 19 Uhr.

Mehr von Aachener Nachrichten