Spaziergang durch Aachens Galerien: Ausstellungen beim BBK

Kunstgeschichten : Das ganz normale Chaos und eine Ausstellung in Moskau

„Das Chaos geht weiter…. flüstert das Chaos“ – so kennzeichnet Fotografin Anett Hoffmann ihre Ausstellung in der BBK-Schaufenstergalerie am Adalbertsteinweg, in der sie Szenen aus dem ganz normalen Alltag zeigt.

Berlin, Köln, Amsterdam und andere Metropolen, aber auch kleinste Dörfer liefern ihr das Szenario für Außenaufnahmen. Da gibt es etwa Fassadenkletterer und sichtbaren Reichtum, schrill-neonfarbene Sitzbänke oder Ghetto-Atmosphären und Bahnhöfe, die scheinbar nur aus Rost und verklebten Scheiben bestehen.

Andererseits leisten sich Orte kuriose Denkmäler, etwa eins für ein Einhorn oder ein Schaf im Kniefall. Das pralle Leben in all seinen Facetten will Anett Hoffmann schon immer einfangen, mit all seinen Widersprüchen und Absurditäten, aber auch mit dem oft hilflosen Charme von Teenagern, bei denen nichts klappt. Zu den 70 Fotos, die auf eine lange weiße Plane gedruckt wurden, werden in Dauerschleife zwei Kurzfilme gezeigt, die teils an der Decke der Galerie laufen. Der eine lädt ein in eine Waschanlage, die aus dem Auto gefilmt wurde, und fasziniert mit Unmengen von Wasser, aber auch einzelnen Tropfen, die stimmungsvoll auf den Scheiben zu haften scheinen. Im zweiten Film geht es um einen gläsernen Fahrstuhl, der rasend schnell rauf und runter saust. Der Betrachter steht drin und fährt mit.

Anett Hoffmann studierte Foto- und Medientechnik in Köln und ist seit 2005 freischaffende Künstlerin. Ihre Ausstellung „ohne Geschmacksverstärker“ hängt und läuft noch bis zum 25. August am Adalbertsteinweg 123cd, geöffnet ist sie freitags von 15.30 bis 18 Uhr und samstags von 12 bis 14 Uhr sowie nach Absprache unter Telefon 0174/5256222. Am Freitag, 23. August, findet ab 19 Uhr eine Finissage statt.

www.scatto.de

In Moskau stellen die beiden Aachener Künstlerinnen Elena Starostina und Anita Brendgens aus, und zwar in der hoch angesehenen Russischen Kunstakademie. Hier absolvierte die vor allem als Malerin des Aachener Doms bekannte Elena Starostina vor 30 Jahren ihr Studium und zeigt nun bis zum 25. August 23 meist großformatige Öl- und Acrylgemälde zum Themenbereich „Streben nach Oben“. Hierfür wählte sie aus ihrem umfangreichen Depot unter anderem Bilder des Aachener Doms und italienischer Kirchen aus, zu denen Anita Brendgens Papiertauben schuf. www.rah.ru/exhibitions/detail.php