Sozialwerk Aachener Christen und VabW sind zufrieden mit Hilfsangebot

Für eine Perspektive im Leben : Zufriedene Bilanz beim Hilfsprojekt „Respekt!“ für Menschen in Not

Das Sozialwerk Aachener Christen und der Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VabW) ziehen eine zufriedene Bilanz ihres Hilfsangebotes. Zielgruppe sind junge Mitbürger, die für ihr Leben wieder eine Perspektive erhalten sollen.

Wohnungslosigkeit, Schuldenberge, drohende Haft, psychologische Erkrankungen – die Latte an Problemen mancher junger Menschen ist sehr lang, die Auswirkungen auf den Lebensalltag enorm. Schule und eine Ausbildung sind für einige junge Menschen keine realistische Alternative mehr – und gleichzeitig werden sie vergessen oder von Hilfesystemen nicht erreicht. Solchen Jugendlichen wird im Projekt „Respekt!“ geholfen, sie erhalten Angebote und Hilfestellungen, aber vor allem eines: eine Perspektive.

Im April 2016 startete bundesweit das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Projekt. In Aachen erhielten das Sozialwerk Aachener Christen und der Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VabW) den Auftrag, ein Hilfsangebot für die Jugendlichen zu gestalten, die über etablierte Hilfsangebote nicht mehr erreicht wurden – und es ist bis heute ein Erfolg.

Förderung läuft aus

Zwar läuft die Förderung durch den Bund Ende des Jahres am 31. Dezember aus, doch „Respekt 2.0“ steht schon in den Startlöchern. In Kooperation mit der Städteregion Aachen wird das Projekt auf der Plattform der Jugendberufsagentur – und damit in enger Anbindung an das Jobcenter – weitergeführt. „Es gibt viele Jugendliche, die sich unter dem Radar der Hilfssysteme bewegen“, sagt Stefan Graaf, Geschäftsführer des Jobcenters der Städteregion. Eine besondere Stärke des Projekts ist die Vernetzung mit anderen Hilfsangeboten, von denen „Respekt!“ den einfachsten Zugang bietet. Niedrigschwelliger als „Respekt!“ gehe es aktuell kaum, betont auch Graaf.

Besuch in den Sprechstunden

Die Betroffenen können in die offenen Sprechstunden kommen, die jeden Mittwoch von 12 bis 14 Uhr im Sozialwerk Aachener Christen, Rosstraße 9-13, stattfinden, aber auch Eltern oder Partner sind zum Gespräch eingeladen.

Besonders ist ebenfalls, dass die Sozialcoaches sich nicht leicht abschrecken lassen: „Wir kommen immer wieder, wir klingeln auch fünf Mal“, erläutert Doris Schroeder vom Sozialwerk Aachener Christen. Aufgeben will man die Jugendlichen nicht, denn eigentlich ist klar: wen man mit „Respekt!“ aktuell nicht erreicht, erreicht man gar nicht. Es geht darum, den jungen Menschen zu zeigen, dass noch jemand da ist, der sich kümmert.

Vertrauen schaffen, Perspektiven bieten, individuell arbeiten – all das sind Ansätze des Projekts. Dabei können sich die Coaches und auch die Teilnehmer Zeit nehmen, die vielen Probleme anzugehen, denn jeder wird solange betreut wie es notwendig ist. Bei manchen sind das nur ein paar Wochen bei anderen Jahre. Gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen haben es oft besonders schwer. Die Therapie dauert lang, andere Maßnahmen sind, wie Schroeder, Sabine Bußmann vom VabW in Alsdorf und Ulla Graf, Projektleiterin von „Respekt!“ festhalten, häufig zu kurzfristig angelegt oder lassen keine längeren Unterbrechungen, beispielsweise verursacht durch Haftstrafen zu. Ziel von „Respekt!“ ist es, den Jugendlichen einen Anschluss zu ermöglichen, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu integrieren.

Arbeit der Coaches

Je nach individueller Lage kann das ganz unterschiedlich aussehen: häufig leisten die entsprechenden Coaches die grundlegende Arbeit für jede weitere Art von Betreuung, manchmal können aber auch Jobs und Ausbildungsplätze vermittelt werden.

Doch der Blick soll auch nach vorne gerichtet werden. Für die Zukunft haben sich die Verantwortlichen zwei großen Themen auf die Flagge geschrieben, die für die jungen Menschen besonders wichtig sind: die Wohnungsnot, die bei vielen jungen Menschen dazu führt, dass sie akut von Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit bedroht sind, und der Umgang mit psychischen Beeinträchtigungen, die zu einem großen Faktor dazu beitragen, dass junge Menschen in Deutschland den Anschluss an die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt verlieren.Weitere Informationen gibt es im Netz unter www.sozialwerk-aachen.de.

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