Aachen: „Soul of Suburbs“: Ferienprogramm für benachteiligte Jugendliche

Aachen : „Soul of Suburbs“: Ferienprogramm für benachteiligte Jugendliche

Ousmane Bah möchte richtig gut Deutsch lernen und in Deutschland bleiben. Der 16-Jährige kommt aus Guinea-Bissau und ist einer von 200 Jugendlichen, die derzeit an einem Projekt für benachteiligte Jugendliche der Volkshochschule Aachen teilnehmen.

Zum Großteil sind es unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die unter dem Motto „Soul of Suburbs“ an fünf Tagen in der Woche Deutsch, Englisch, Mathe und EDV lernen, aber auch malen und zeichnen, Graffiti anfertigen, mit Holz arbeiten, Möbel aus Pappe bauen, nähen und tanzen. Diese Kreativangebote sind Teil des Konzepts des mit Bundesmitteln finanzierten Programms „Kultur macht stark“. In Aachen findet dieses Ferienangebot bereits zum dritten Mal statt.

„Dabei geht es in erster Linie darum, den jungen Leuten Selbstbewusstsein zu vermitteln und ihnen zu zeigen, was sie können“, sagt Dr. Beate Blüggel, Direktorin der Volkshochschule Aachen. Die große Herausforderung sei, für jeden einzelnen ein individuelles Programm zu erstellen. „Denn es gibt eine große Bandbreite an Vorkenntnissen.

Ousmane Bah lebt seit zwei Jahren in Deutschland und geht in Stolberg zur Schule. „Deutsch ist sehr schwierig“, sagt er. Deshalb geht er sehr gerne in den Deutschkurs. Darüber hinaus spielt er bei „Soul of Suburbs“ Theater und macht Sport. Er hätte später gerne einmal eine Familie, sagt er. In Guinea-Bissau habe er niemanden mehr. Drei Monate hat seine Flucht aus über Spanien nach Deutschland gedauert.

Sorgen und Erfolge

Laut Elvira Kluck, Organisatorin von „Soul of Suburbs“, gibt es inzwischen erste kleine Erfolgsgeschichten von Jugendlichen, die in den vergangenen Jahren an der Ferienfreizeit teilgenommen haben. Sie erzählt von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die einen Ausbildungsplatz gefunden haben, aber auch von den Schwierigkeiten mit Blick auf den Aufenthaltsstatus der jungen Leute. Dabei müsse man die Politik in Aachen loben, meint Beate Blüggel. „In Aachen bekommen die jungen Flüchtlinge eine Chance. Das ist nicht in allen Kommunen so“, sagt sie.

Das Angebot der Volkshochschule trägt sicher auch einen Teil dazu bei. Finanziert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 156 000 Euro. Nach Angaben von Elvira Kluck kümmert sich ein bunt gemischter Pool an Mitarbeitern um die jungen Leute. Da gebe es erfahrene Dozenten neben jungen Mitarbeitern, die mit den Flüchtlingen eher auf Augenhöhe sind.

Kluck weiß, wie dankbar die jungen Menschen für Zuwendung sind. „Sie kommen auch später noch zu Besuch, um zu erzählen wie es ihnen geht, oder sie bitten um Hilfe bei Problemen, die sie nicht alleine lösen können“, so Kluck. Jetzt können die jungen Leute bis zum 7. August ein volles Ferien-Programm bei der VHS genießen.

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