Aachen: Somebody Wrong Bluesband: Musiker und ihre Freunde in Bestform

Aachen: Somebody Wrong Bluesband: Musiker und ihre Freunde in Bestform

Es gibt Bands, die man als Liebhaber guter Rockmusik einfach mal live gesehen haben muss. Dazu zählt mit Sicherheit die weit über Aachens Grenzen renommierte Somebody Wrong Bluesband. Nächstes Jahr feiert das Sextett sein 30-Jähriges.

Sein Name steht für überzeugende Konzerte und muss auch in einem Atemzug mit der Bluesnacht im Jakobshof genannt werden.

Jetzt hat die Bluesband samt „Friends” eine neue CD auf den Markt aufgebracht - live aufgenommen bei der jüngsten Bluesnacht. Titel: „Aint Nobody Here But Us Chickens”. Und so zieren auch zwei Hühner das lustige Cover. Dabei sind die Bandmitglieder alles andere als „Chickens”, sondern gestandene Größen in der Musikszene.

Unterstützt wurden Chris Andrä (Schlagzeug), Albrecht Peltzer (Gitarre), Martin Peltzer (Orgel, Piano), Jochen Stark (Bass, Gesang), Alex Wilde (Gitarre, Gesang) und Sängerin Christine Isensee bei dem wirklich herausragenden Auftritt im Jakobshof von einer erstklassigen Bläsergruppe.

Die beiden Saxofonisten Heribert Leuchter und Boris Bansbach sowie Posaunist Markus Plum machen von Beginn an mächtig Dampf, treiben die Bluesband immer wieder an. Das wird schon beim Eröffnungsstück „House On A Hill” deutlich.

Elf Titel sind auf dem hörenswerten Album dokumentiert. Bemerkenswert ist die Produktion, die Songs sind top abgemischt, bestechen mit einem sauberen Klangbild, alle Instrumente kommen gleichberechtigt rüber. Es gibt keinerlei Soundbrei wie bei so manch anderen Livemitschnitten von weitaus etablierteren Rockbands.

Musikalisch bewegen sich die Peltzers und Co. in den Gefilden des klassischen Bluesrock, da gibt es mal satten Rock, mal gefühlvollen Blues und ab und zu auch eine Prise Jazz.

Was die Qualität einer Live-Aufnahmen betrifft, ist die Stimme des Frontmanns beziehungsweise der Frontfrau mitentscheidend. Was sich im Studio oft brillant anhört, muss erst mal auf die Bühne transportiert werden.

Und da steht Sängerin Christine Isensee ihren glänzenden Mitmusikern in nichts nach. Ihr gelingt es mühelos, sich bestens in der Herrenriege zu behaupten. Und die brilliert mit kraftvollen Gitarrenriffs (zum Beispiel bei J.J. Cales Klassiker „Cocaine”), präziser Rhythmusarbeit, sehr schönen Bläsersolis und wunderbaren Hammond-Sounds.

Als Anspieltipp empfiehlt sich Gregg Allmans „Whipping Post”, bei dem die Band alle Register zieht und jeder Musiker unwiderstehlich auf sich aufmerksam macht.

Insgesamt eine prima Scheibe, die sowohl musikalisch als auch soundtechnisch eine Bestnote verdient. Live ist die Somebody Wrong Bluesband am 11. November um 21 Uhr im „Piano” (Stolberg, Burgstraße 26) zu Gast.

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