Aachen: Solidaritätslauf: 800 Lauffreudige zeigen ihr Wirgefühl

Aachen : Solidaritätslauf: 800 Lauffreudige zeigen ihr Wirgefühl

Viele Menschen werden an den gesellschaftlichen Rand gedrängt, alleine aus dem Grund, weil sie keiner festen Arbeit nachgehen. Besonders für Langzeitarbeitslose ist es schwierig, den steinigen Weg zurück in den so genannten ersten Arbeitsmarkt zu bewältigen.

Über 10.000 davon gibt es in der Städteregion, und sie erfuhren am Sonntag beim 10. Solidaritätslauf das, was man in schwierigen Zeiten gut gebrauchen kann: Empathie und Zusammenhalt.

Sich solidarisch zu zeigen und gleichzeitig etwas für die eigene Gesundheit zu machen, wurde den Läufern aber zugegebenermaßen auch leicht gemacht. Die knapp einen Kilometer lange Laufstrecke um den Dom und das Rathaus war optisch kaum zu überbieten, dazu gab es musikalische Unterstützung von der Big Band des Pius-Gymnasiums und angenehme Temperaturen.

Insgesamt rund 70 Gruppen mit mehr als 800 Lauffreudigen fanden sich zusammen, um ihren zuvor gesuchten Sponsoren für jede Runde ein paar Euros für den Guten Zweck zu entlocken. Wem nicht nach Laufen zumute war und wer lieber den Blick auf die Altstadt genießen mochte, konnte sich für ein kleines Entgelt auch von der Rikscha der Katholischen Arbeitnehmerbewegung über die Strecke ziehen lassen.

Auch viele andere karitative Vereine wie die Jugendberufshilfe Stolberg, das Sozialwerk Aachen oder Mitglieder der Wabe sind mitgelaufen.

Selbst die Politik in Gestalt der Kreisverbände von CDU und SPD stieg zum Zeichen der Solidarität in die Laufschuhe.

Soziale Probleme

Die SPD-Landtagsabgeordnete Daniela Jansen hatte mit zehn Runden ihr sportliches Pensum zumindest schon einmal erreicht.

Für die politischen Ziele wird sie aber noch etwas Ausdauer benötigen. „Wir wollen im Landtag dafür kämpfen, dass wieder mehr Arbeit statt Arbeitslosigkeit gefördert wird“, sagte sie. Eine Anspielung auf die vielen Menschen, die im geförderten sekundären Arbeitsmarkt festsitzen.

Arbeitslosigkeit und Geringbeschäftigung sind soziale Probleme, die sich letztlich auch oft in der Familie fortsetzen: In der Städteregion Aachen lebt noch immer jedes fünfte Kind von Hartz 4-Leistungen.

Peter Brendel, Vorsitzender des Vereins Pro Arbeit Aachen betonte besonders das Engagement der vielen karitativen Gemeinschaften für Arbeitslose in der Städteregion. „Ohne diese stetige Arbeit im Hintergrund wäre unser Einsatz für die Arbeitslosen nicht möglich“, sagte er, und lobte dabei die langjährige Mitarbeiterin Silvia Hinrichs, die an diesem Tag verabschiedet wurde.

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