Aachen: Solidaritätsfest: Diesmal ohne Beinarbeit Zeichen gesetzt

Aachen: Solidaritätsfest: Diesmal ohne Beinarbeit Zeichen gesetzt

Fröhliche Big-Band-Sounds begleiteten das Solidaritätsfest für Menschen ohne Arbeit im Elisengarten im Rahmen des September Special. Die Walheimer Big Band und die Big Band des Bischöflichen Pius-Gymnasiums sorgten mit ihren Melodien für die hoffnungsvolle Stimmung, von der das Fest lebt.

Zwar wurde diesmal nicht gelaufen, aber das tat der Idee, sich mitten in der Innenstadt solidarisch mit Langzeitarbeitslosen zu zeigen, keinen Abbruch. Schon früh füllte es sich bei zu diesem Zeitpunkt sonnigem Wetter vor der Bühne im Elisengarten.

Seit acht Jahre gibt es bereits einen Solidaritätslauf für Menschen ohne Arbeit, bislang hat er rund 200.000 Euro eingebracht. Weil diesmal wegen der Karlsausstellungen Markt und Katschhof nicht für die Laufstrecke zur Verfügung standen, wurde aus dem Lauf erstmals ein Solidaritätsfest. Die Schirmherrschaft haben der Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Aachen, Hans-Peter Bruckhoff, und Bischof Heinrich Mussinghoff übernommen. Die Organisation lag beim Büro der Regionaldekane Aachen-Stadt und Aachen-Land.

Das Programm bot Information und Unterhaltung. In Talkrunden präsentierte Mitorganisator Gerd Mertens, Referent im Büro der Regionaldekane, interessante Gäste wie Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt und Holger Brantin vom Katholikenrat.

In einem Interview berichtet Corinna Bornscheuer-Heschel von der Gemeinnützigen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft low-tec von ihren Schützlingen: Die 22-jährige Sasina Bekir wurde fit gemacht für die Bewerbung und hofft nun auf eine Tätigkeit in der Altenpflege. Zehn afghanische minderjährige Flüchtlinge haben im Sommer an einem low-tec-Projekt teilgenommen und mittlerweile einen Schulplatz gefunden.

Heidemarie Ernst, Integrationsbeauftragte der Stadt Aachen, brachte John Alin mit in den Elisengarten. Er ist Praktikant beim Kommunalen Integrationszentrum und zieht neuerdings als „Kaiser der Vielfalt“ mit seinem Gefolge durch Aachen. Die Mitmachaktion zum Tag der Integration stellt die Frage: „Was würden Sie tun, wenn Sie einen Tag lang ‚Kaiser von Aachen‘ wären?“

Zehn Meter langes Brot

„Das längste Brot“ von Aachen — zehn Meter lang — wurde als Symbol der Solidarität angeschnitten, ein Hartz-IV-Quiz und eine Tombola sorgten für Spannung. Außerdem waren alle Besucher aufgerufen, ihre alten Laufschuhe zu der Veranstaltung mitzubringen. Der Sponsor Runner Shop spendet fünf Euro pro Paar zugunsten regionaler Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte für Langzeitarbeitslose und Jugendliche. Und die Aachener brachten fleißig Schuhe vorbei.

Seit Jahren ist die Quote der Langzeitarbeitslosen von trauriger Konstanz. Für um so wichtiger halten die Macher des Solidaritätsfestes deshalb öffentliche Solidaritätsbekundungen.

So war das Fest ein deutlicher Impuls beider Kirchen. Im nächsten Jahr soll es am 23. August 2015 wieder einen Solidaritätslauf geben.

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