Aachen: „Solidarität gegen den braunen Mob“ beim Aachener Friedenspreis

Aachen : „Solidarität gegen den braunen Mob“ beim Aachener Friedenspreis

Als der Zug des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am bundesweiten Antikriegstag, mit dem überall an den Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 erinnert wird, an der Aula Carolina zur Feierstunde und Verleihung des 31. Aachener Friedenspreises endete, war bereits viel zu Frieden und Völkerverständigung gesagt worden.

DGB-Chef Ralf Woelk und der Bundestagsabgeordnete der Linken, Andrej Hunko, beschworen in der Rotunde des Elisenbrunnens den Willen zur Abrüstung. Hunko geißelte das „unselige“ und aus seiner Sicht inzwischen völlig überholte „Zwei-Prozent-Ziel“ für die Nato-Staaten, das für Deutschland einen Rüstungsetat von mehr als 80 Milliarden Euro bedeuten würde.

Laudator Christian Ströbele (links) freut sich mit den Preisträgern bei der Feierstunde in der Aula Carolina. Foto: Andreas Schmitter

Dagegen sei vielmehr Abrüstung angesagt, waren sich Woelk und Hunko einig. „Wo bleibt der Aufstand gegen die Waffenexporteure und Mietgeier?“, fragte der DGB-Vorsitzende in die Runde. Die Friedenspreisträger hörten der Kundgebung gebannt zu, der spätere Laudator Hans-Christian Ströbele war aus Berlin angereist und nahm bereits an der DGB-Kundgebung teil.

Ein Thema ließ beide Redner nicht los: „Während wir hier zusammenkommen, formieren sich in Chemnitz zivile Kräfte gegen den braunen Mob, wir sind mit unseren Gedanken bei ihnen“, rief Woelk aus und versicherte die volle Unterstützung der Gewerkschaften im Kampf gegen das braune Gedankengut und die AfD, bevor sich der Demonstrationszug, traditionell angeführt von Trommelgruppe Aixotic Sambistas, in Richtung Aula Carolina aufmachte.

„Ein Peng! durchs Land“

Dort beschäftigte das Thema Chemnitz gleichfalls Bürgermeisterin Hilde Scheidt. „Wir müssen unsere Solidarität mit Chemnitz und gegen den braunen Mob bekunden“, forderte Scheidt unter Beifall der gut 500 Teilnehmer der Friedenspreisverleihung in der Aula Carolina. In ihrem Grußwort für die Stadt Aachen lobte sie die Preisträger „Peng!“ für ihren zivilen Ungehorsam und wandelte ein Motto von Bundespräsident Roman Herzog ab: „Es muss eben immer wieder ein Peng! durchs Land gehen“, forderte die Grüne und erinnerte an die Peng!-Aktionen wie „Krieg gegen den Krieg“.

Die Gruppe organisierte außerdem Projekte wie die Flüchtlingsrettung „Seebrücke des Bundes“, die sich um schiffbrüchige Migranten im Mittelmeer kümmert, oder auch Aktionen wie „Die Rückkehr der Entmieteten“ im Kampf gegen skrupellose Vermieter. Im Augenblick läuft aktuell der Protest gegen deutsche Rüstungsexporte, die zum Teil satirische Aktion tritt aktuell als CDU-Kampagne gegen „Kleinwaffenexporte“ auf.

Gerade wegen ihrer „satirischen, subversiven und grenzüberschreitenden Aktionen“ habe der Aachener Friedenspreis, so Vorstand Christoph Kriescher, nach langen Diskussionen den Preisträger Peng! ausgewählt, der zivile Ungehorsam habe in Aachen imponiert. Ein anderer Ansatz habe zu den internationalen Preisträgern aus Kolumbien geführt. „Weltweit zu findende Unrechtsstrukturen werden hier seit 20 Jahren in Kleinstarbeit bekämpft“, sagte Kriescher.

Die Preisträger Siobhan McGee und Jaime Bernal bedankten sich für ihre Stiftung „Concern Universal Colombia“ und versicherten, dass der Preis ihnen für ihre Arbeit „viel Licht“ und Unterstützung sowie auch Schutz vor Verfolgung gebe.

Durch das Programm in der Aula Carolina führte wie im letzten Jahr Halice Kreß-Vannahme, die Band Sin Fronteras füllte die Aula mit südamerikanischen Klängen.

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