So berichteten die Zeitungen in Aachen über die Mondlandung

Mondlandung vor 50 Jahren : Die Sonne lag den Aachenern näher als der Mond

Die historische erste Mondlandung vor 50 Jahren war natürlich auch in Aachen ein Thema. So berichteten die beiden Lokalzeitungen darüber.

Es liegt in der Natur einer gedruckten Tageszeitung, dass sie immer erst am nächsten Morgen von den Dingen, die geschehen berichten kann. Vor 50 Jahren allerdings waren die „Aachener Nachrichten“ sehr nah dran an den Ereignissen, die damals die Welt – und nicht nur die – bewegten. Denn am Morgen des 21. Juli 1969, einem Montag, titelten die „Nachrichten“: „Sonntag, 21.18 Uhr: Die ersten Menschen sind auf dem Mond“.

Die erste Mondlandung, die sich in diesen Tagen zum 50. Mal jährt, hat seinerzeit natürlich Menschen und Medien fasziniert. Auch in Aachen. Allerdings nicht alle. Das zeigt ein Blick in die Lokalteile von „Aachener Nachrichten“ und „Aachener Volkszeitung“, wie die heutige „Aachener Zeitung“ damals noch hieß. „Den Aachenern liegt die Sonne jetzt viel näher als der Mond“, hieß es etwa in der „Volkszeitung“ in der Ausgabe vom 16. Juli 1969. Darin wird am Tag des Starts der Apollo-11-Mission über eine 23-jährige Stenotypistin berichtet, „die eine Mordswut im Bauch hat, weil sie bei dem schönen Wetter in so einem muffigen Büro Diktate in die Maschine tippen muss. Wenn sie frei hätte, würde sie sich in der Sonne aalen. ,Der Astronautenstart läuft mir nicht davon.’“

Die Lokalredakteure der „Nachrichten“ haben sogar eine kleine fünfteilige Serie zur Mondlandung ins Blatt genommen. In Teil 1 berichten sie darin ebenfalls am 16. Juli, unter der Überschrift „Die Mondkarte über dem Bett und das Mondbuch auf dem Nachttisch“, dass Mondflug-Spielzeug ebenso wie Fernseher im Einzelhandel nicht so sehr gefragt seien, „Raumfahrtbücher und -karten dagegen sehr“.

Einen Tag später, am 17. Juli, berichteten die „Nachrichten“ dann: „Die Straßen waren menschenleer als sich die Saturn V mit Apollo 11 von der Startrampe hob. Am Hangeweiher lauschten Aachener in der Badehose oder im Bikini an Taschenradios, die auf der Liegewiese eigentlich nicht gern gesehen und gehört werden, den Apollo-Reportagen.“

Keine Flucht zu anderen Sternen

In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli, also der Nacht der Landung und des Ausstiegs, warteten wie überall auf der Welt auch die Aachener „auf die Sternstunde der ersten Landung auf dem Mond“, schreibt ein Vorgänger des heutigen Mullefluppet in der „Volkszeitung“, um schließlich den großen Bogen vom Mond nach Aachen zu schlagen: „Nur der Alltag mit Arbeit und Sorgen, der bleibt uns: Ausweichmanöver und Flucht zu anderen Sternen stehen für den Normalverbraucher nicht auf dem elektronischen Programm.“

Die „Volkszeitung“ wartete am Montag, 21. Juli, sogar mit einem Extrablatt zu dem historischen Ereignis auf, das sogar beim Training der Alemannia Thema war, wie tags drauf im Lokalteil der „Volkszeitung“ zu lesen war: „In der Pause des ersten Trainings nach der großen Fußballpause griffen die Alemannenspieler zur Mond-Sonderzeitung. Die Überschrift ,Wir stehen auf festem Boden’ trifft auch auf die in der letzten Saison so erfolgreiche Tivoli-Elf zu.“

Als die drei amerikanischen Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins am 24. Juli 1969 zur Erde zurückkehrten, ging über Aachen ein Gewitter nieder. Deshalb titelten die „Nachrichten“: „Trotz Gewitterstimmung waren Aachener erleichtert.“ Und die „Aachener Volkszeitung“ wagte einen Blick in die Zukunft: „Anno 2000: Einmal Mond hin und zurück, bitte! Der nächsten Generation steht das All offen“.

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