Snapshot: Bleiberger Fabrik bietet Workshops in Aachen und Heerlen an

Grenzüberschreitendes Projekt : Urbane Kunst in Aachen promoten

Das, was früher vermummte Sprayer waren, sind heute gefeierte Street-Art-Künstler, die in der Modern Tate in London ausstellen. Die Hinterhof-Breakdancer und Skater bereiten sich auf die nächsten Olympischen Spiele vor. Urbane Kunst und Kultur hat die gesellschaftliche Mitte erreicht.

„Es ist Zeit, auch in Aachen, diese Kulturrichtung mehr zu promoten“, findet Sibylle Keupen von der Bleiberger Fabrik. Und freut sich, mit dem grenzüberschreitenden Projekt „Snapshot“, die viel stärkere niederländische Expertise in diesem Bereich nutzen zu können. Zusammen mit der Organisation „artincontexture“ aus Heerlen bietet die Bleiberger Fabrik drei Foto- und Filmworkshops für 14- bis 18-Jährige an, die sich ganz dem Themen „Street Art“ und „Urbane Kultur“ widmen werden.

Den Auftakt gibt es bei dem international renommierten, wenige Kilometer weiter in Aachen aber fast unbekannten „Notorious IBE Festival“ vom 9. bis 11. August in Heerlen. 15 niederländische und 15 deutsche Jugendliche werden drei Tage das urbane Kulturfestival durchstreifen, um Fotos und Filme zu machen und damit ihren sehr persönlichen Zugang zu der immer noch als sehr jung geltenden Kunst zu visualisieren.

Unterstützt werden sie dabei von dem Aachener Filmemacher Till Braun und dem französisch-vietnamesischen Street-Art-Fotografen und ehemaligen Breakdancer Little Shao. Früher habe Braun bei solchen Gelegenheiten immer versucht, seine eigenen Ansprüche an das Endprodukt durchzusetzen. „Heute gibt es keine Kids mehr ohne Kamera, mindestens mit Smartphone. Für sie ist es selbstverständlich, ihre Welt abzubilden. Ich genieße mittlerweile den Austausch mit ihnen. Ihre Sicht eröffnet mir neue Blickwinkel“, sagt Braun. Deshalb beschränke er sich gern auf die Vermittlung der technischen Möglichkeiten und der Formen des Kompositionsaufbaus.

Die Workshop-Teilnehmer genießen also absolute künstlerische Freiheit – passend zu ihren Fotomotiven, den Sprayern, Tänzern und Skatern des IBE. „Der Kern der urbanen Kultur bleibt auch mit gesellschaftlicher Anerkennung Underground“, sieht Raenys Matis von „artintexture“ kein Problem in der Annäherung der Street-Art-Szene an den Mainstream. „Das Feuer bleibt.“