Skateboardclub Aachen steht monatelang ohne Trainingsgelände da

Bürgerforum Aachen : Skater suchen eine Übergangslösung

Ein Ausweichgelände für die Skateranlage im Moltkepark scheint gefunden: Ein Grundstück am Vennbahnweg in Höhe des alten Philipsgeländes kommt auch nach Meinung des 1. Aachener Skateboard Clubs durchaus als neuer Standort in Frage. Allerdings wünschen sich die jungen Leute weitere Gespräche, um zu einer praktikablen Übergangslösung zu finden.

Vor Jahren hatten Skater auf der Rollschuhbahn im Moltkepark begonnen, erste Hindernisse zu bauen. Eine Genehmigung hatten sie dafür zwar nicht, aber ihre Aktivitäten wurden von der Stadt geduldet, wie die Verwaltung jetzt im Bürgerforum einräumte. Welche Ausmaße das Engagement der jungen Leute allerdings annehmen würden, damit hatte wohl niemand gerechnet. Entstanden ist im Laufe der Jahre eine Skaterlandschaft, die dann zunehmend zum Stein des Anstoßes wurde. Einige Anwohner fühlten sich durch Lärm massiv gestört. Eine Prüfung durch das Umweltamt ergab schließlich, dass die Anlage zu nah an der Wohnbebauung liegt und entsprechend auch keine offizielle Genehmigung erteilt werden kann.

Seit seinem Start im Jahr 2016 hat sich der 1. Aachener Skateboard Club zu einem Verein mit einer Vielzahl von Aktivitäten gemausert. Tobias Kleinschmidt, erster Vorsitzender, führte aus, was den Verein heute ausmacht. Mehr als 80 Mitglieder sind registriert, der Verein ist im Offenen Ganztag (OGS) aktiv, bringt Kindern das Skaten bei, wurde in diesem Jahr mit dem Integrationspreis ausgezeichnet und nimmt immer wieder an Meisterschaften teil. Und da sie das Moltkegelände nun aufgeben müssen, wollen die Skater alles daran setzen, einen neuen Standort zu gestalten.

Die Anlage wollen sie dabei in bewährter Manier in Eigenregie bauen, und zwar so, dass wieder verschiedene Schwierigkeitsgrade für alle Niveaus geboten werden. Die Politiker im Bürgerforum zeigten sich durchweg „schwer begeistert“ und von den Ausführungen. Und Manfred Bausch (SPD) ergänzte: „Ich würde mir mehr Toleranz mit Blick auf den Lärm wüschen.“ Bausch sieht in der jetzigen Skateranlage so etwas wie eine urbane Nutzung des Moltkeparks. Wie ernst es den Skatern mit ihrem Sport ist, wurde schon an der Vielzahl von jungen Leuten deutlich, die mit dem Skateboard unterm Arm ins Bürgerforum in der Montessori-Gesamtschule gekommen waren.

Offensichtlich sind sie voller Elan, die Gestaltung des neuen Geländes anzugehen. Ein Problem bleibt allerdings: Es wird noch Monate dauern, bis die neue Anlage dann wirklich genutzt werden kann. Der mit den Anwohnern des Moltkeparks ausgehandelte Kompromiss endet aber schon in sechs Wochen. Bis dahin dürfen die Skater die alte Anlage noch an zwei Tagen der Woche nutzen. Danach stehen sie dann sprichwörtlich auf der Straße. Der Skateboardclub hofft nun auf eine Lösung für die Übergangszeit, denn unter gar keinen Umständen wollen die jungen Leute ganz ohne Anlage dastehen. Das Bürgerforum haben die Skater bei ihrem Anliegen zweifellos geschlossen auf ihrer Seite.

Wenn 2020 bei den Sommerspielen in Tokio Skaten dann erstmals olympische Disziplin ist, dann würde es die Aachener Skater sicher freuen, wenn ihre eigene Anlage schon ganz konkrete Formen angenommen hat.

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