Aachen: Sind Aachens Busse wirklich umweltzonentauglich?

Aachen : Sind Aachens Busse wirklich umweltzonentauglich?

Mit einer — gewollt oder unbedacht — missverständlich formulierten Vorlage erweckt die städtische Umweltverwaltung den Eindruck, dass auch veraltete Dieselbusse noch bis Ende 2017 in die künftige Aachener Umweltzone hineinfahren dürfen.

Umweltschützer sind verärgert über die Passage, inzwischen hat auch die Bezirksregierung die Stadt darauf hingewiesen, dass es keine generellen Ausnahmen für Busse geben wird, die nicht die geforderten Umweltstandards erfüllen.

Hinter dem Streit steht die Frage, ob die Stadt mehr Geld in saubere Busse stecken muss, um sie „umweltzonentauglich“ zu machen und den öffentlichen Nahverkehr auch nach Einführung der Umweltzone ab Februar 2016 reibungslos abwickeln zu können. Dazu schreibt die Verwaltung in ihrem Sachstandsbericht, der am Donnerstag im Mobilitätsausschuss beraten wird: „Eine Nachrüstung von Partikelfiltern bei den Bussen der Aseag ist aufgrund der Ausnahmeregelung bis 31.12.2017 nicht erforderlich, um den gesetzlichen Anforderungen der Umweltzone gerecht zu werden.“

Diese Aussage kritisieren sowohl Umweltverbände als auch Fachleute der Kölner Bezirksregierung. Denn auch im neuen Luftreinhalteplan ist anderes nachzulesen. Ein Verkehrsverbot für Busse der Schadstoffklassen 2 und 3 in der Umweltzone könne allenfalls bei Großveranstaltungen (CHIO), in Spitzenzeiten des Schülerverkehrs oder für Reservefahrzeuge „auf Antrag“ und „in Einzelfällen“ aufgehoben werden, heißt es dort.

Inwieweit die Aseag und Subunternehmen von der angeblichen Ausnahmeregelung in den nächsten zwei Jahren Gebrauch machen wollen oder müssen, ist der Verwaltungsvorlage nicht zu entnehmen. Laut Aseag sind bei Einführung der Umweltzone noch 30 hauseigene Busse mit gelben Plaketten im Einsatz, die also nach geltenden Regeln nicht mehr in die Umweltzone einfahren dürften. Ähnlich viele sind es bei den Subunternehmen, die insbesondere in Spitzenzeiten — etwa im Schülerverkehr — benötigt werden.

Umweltverbände drängen seit langem darauf, veraltete Busse mit neuer Filtertechnik auszurüsten, um den Feinstaub- und Stickstoffdioxidausstoß zu senken. Aseag und Verwaltung setzen hingegen darauf, die bislang noch eingesetzten Euro-3-Busse nach und nach gegen modernste Euro-6-Busse auszutauschen, wobei pro Neufahrzeug Ausgaben von rund 230.000 Euro veranschlagt sind. Spätestens in fünf Jahren soll dann der gesamte Aseag-Fuhrpark aus Fahrzeugen der Schadstoffklassen Euro-5 und besser bestehen. Für die privaten Busdienstleister will die Stadt einen finanziellen Anreiz für die Neuanschaffung umweltverträglicherer Busse schaffen.

Die zügige Umrüstung und der Austausch alter Busse gilt als wesentlicher Baustein im Maßnahmebündel zur Verbesserung der Luftqualität im Stadtgebiet.

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