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Silvester kann man in Aachen auf ganz unterschiedliche Weise feiern

Jahreswechsel in Aachen : Cola-Kracher oder doch lieber Glanz und Glitzer?

Einige wissen es schon seit Wochen, andere sind auch jetzt noch immer völlig orientierungslos: An keinem Abend im Jahr werden die unterschiedlichen Vorlieben – manche würden sogar sagen: Charaktereigenschaften – wohl so deutlich wie an Silvester.

Die einen machen es sich am liebsten mit Raclette und einer Handvoll Freunden im heimischen Wohnzimmer gemütlich. Andere suchen schon Wochen im Voraus nach dem passenden Outfit für die heiße Party. Und dann gibt es natürlich auch immer wieder diejenigen, die sich jedes Jahr aufs Neue vornehmen, dem Silvesterwahnsinn komplett zu entsagen, sich mit dem Gammelpullover, sozusagen als inoffizielle Streikweste, aufs Sofa zurückzuziehen – nur, um sich dann doch noch spontan zum Feiern überreden zu lassen. Allen Spätzündern und Zauderern sei gesagt: Auch in Aachen gibt es genug Angebote, um das Jahr stimmungsvoll zu Ende zu bringen. Als Orientierungshilfe haben wir eine kleine Auswahl zusammengestellt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Für Be-swingte:

Glanz und Glitzer, Anzug und Zylinder? Für alle, die bei dem Gedanken zustimmend nicken, ist das Hotel Europa die richtige Adresse. An der Südstraße werden die Gäste ab 20 Uhr in die 20er Jahre zurückversetzt, inklusive Schnittchen, Fingerfood und Süppchen. Im Club-Keller serviert ab 23 Uhr die Circus Obskur-Crew Dirty Swing, Soul und Retro Electro. Guten Appetit!

Für Kulturbeflissene:

Große Gefühle, berührende Musik und fantastische Solisten verspricht das Theater Aachen mit einer Vorstellung der Oper „Roméo et Juliette“ mit anschließender Silvesterparty im Spiegelfoyer. Spätzünder gehen hier leider leer aus: Die Veranstaltung ist restlos ausverkauft. Vielleicht lohnt es sich ja doch, den Punkt „vorausschauendes Planen“ auf die Vorsatz-Liste für 2019 zu setzen?

Kiosk oder Bar mit Clubmusik? Das hängt im „Lessie fair“ ganz von der Uhrzeit ab. Am Montag wollen die Betreiber Fabian Peukert (links) und Granit Fazliu ab 23 Uhr jedenfalls mit Hip-Hop und Future House in ihren noch recht neuen Laden locken. Foto: ZVA/Harald Krömer

Für Cola-Kracher-Fans:

Mit den beliebten Kaubonbons wollen Fabian Peukert und Granit Fazliu in ihren neuen Club „Lessie fair“ locken – natürlich nur, solange der Vorrat reicht. Wobei der Begriff Club auch nur bedingt auf das Hybrid-Konzept zutrifft, das die zwei 26-Jährigen aus dem Schwalmtal mit der Neueröffnung Ende November in Aachen umgesetzt haben: Um 11 Uhr öffnet der Laden an der Pontstraße 135 zunächst als Kiosk mit Wohnzimmeratmosphäre. Zehn Stunden später, pünktlich um 21 Uhr, wird die mobile Kiosk-Theke umgestellt, die Teppiche werden eingerollt und zusammen mit den Stühlen und Tischen weggeräumt. Und der Wohlfühl-Kiosk wird innerhalb weniger Minuten in eine hippe Bar mit Clubbetrieb verwandelt. „Die Spätikultur aus Berlin hat uns inspiriert“, sagt Peukert über die Vermischung von Kiosk, Bar und Club. „Außerdem versuchen wir so unseren kleinen Wahnsinn auszuleben“, ergänzt Fazliu. Unter der Woche bieten sie Künstlern im „Lessie fair“ eine Bühne. Am Wochenende gibt es Club-Musik – dann auch gegen Eintritt. Zumindest in Aachen ist diese Form der Nutzung einzigartig. Unter dem Motto „Lessie lässt’s krachen“ wird am Silvesterabend ab 23 Uhr unter anderem zu Hip-Hop, Charts und Future House getanzt.

Für Ausblickfanatiker:

Mit einem garantiert exklusiven 360-Grad-Blick über Aachen wartet der Drehturm auf. Dazu wird auch noch ordentlich aufgetischt. Ein Elf-Gänge-Walking-Dinner erwartet die Gäste. Wer’s bescheidener bevorzugt (und sich zu spät um Tickets gekümmert hat), kann auch einfach selbst einen Picknickkorb bestücken und auf 264 Metern Höhe die Aussicht vom Lousberg aus genießen. Warmen Tee respektive Glühwein nicht vergessen! Auf Dauer könnte das „Dinner in the dark“ ohne Dach überm Kopf doch etwas kühl werden… Doch spätestens um Mitternacht zum Feuerwerk dürfte man in guter (und vor allem zahlreicher) Gesellschaft sein.

Für diejenigen, die jeden Türsteher überreden können (oder das zumindest glauben…):

Wer spontan im Franz feiern will, der muss sich schon was besonderes einfallen lassen: Die Silvesterparty mit der Party-Funk-Band Granufunk um den Frontmann „Mr. Granufunk“ ist ausverkauft, wie der Veranstalter mitteilt. Auch an der Abendkasse gibt es keine Tickets mehr. Wieder ein Fall von: Wer früher plant, kann besser tanzen…

Für Kneipengänger und Party-Hopper:, denen eine Feier einfach nicht genug ist:

Wer sich gar nicht erst auf eine einzige Lokalität beschränken will, kann natürlich auch den Abend nutzen, um von einer Kneipe in die nächste weiterzuziehen. Dafür bietet sich die zentrale Innenstadt besonders an. Im Domkeller legt zum Beispiel DJ Ordinary Joe auf. Im Café Madrid gibt es zur Silvester-Gala unter anderem Charts, R’n’b und Dancehall. Das „Beste unserer Partys“ verspricht das Apollo...

Für die Raver:

Ein DJ reicht nicht aus? Im Musikbunker stehen gleich zehn auf dem Programm. In zwei Räumen gibt es Techno und House. Einlass ist um 23.59 Uhr, getanzt werden soll bis in die späten Morgenstunden...