Aachen: Siebtes „Park-Gespräch“: Verständigung ohne Sprache

Aachen : Siebtes „Park-Gespräch“: Verständigung ohne Sprache

Das siebte der in Serie gegangenen „Park-Gespräche“ findet nicht im Kennedypark statt, sondern in der Nadelfabrik am Reichsweg. Und hier geht es das erste Mal um Kunst im Ostviertel, ein passendes Thema nicht nur für die Jahreszeit.

Motor der Park-Gespräche ist Jürgen Kutsch, Unternehmer aus Alsdorf mit Wohnsitz in Aachen, ausgestattet mit christlichen Motiven und dem festen Willen, mit seiner Stiftung die Integration und Begegnung der unterschiedlichsten Menschen im Ostviertel zu fördern und die Gesellschaft ein bisschen besser zu machen.

„Ich bin ein Einzelkämpfer“, stellt er klar. Die Belebung des Ostviertels liegt ihm besonders am Herzen. „Ich bin in dem Viertel groß geworden und möchte die Aufbruchstimmung, die es hier gibt, mit meinen Möglichkeiten unterstützen“, sagt er bescheiden. „Es geht mir um die Lebensqualität und die Steigerung der Aufenthaltsqualität.“

Viel hat Jürgen Kutsch mit sechs erfolgreichen Veranstaltungen rund um den Kennedypark bereits an Integrationsarbeit in dem nicht immer friedlichen Viertel geleistet und dabei „viele vernünftige Leute“ kennengelernt. Nun kommt ein neuer Akzent hinzu — die Kunst.

Andere Muttersprache

Hierfür hat sich der Einzelkämpfer drei Mitstreiter ausgesucht, die nicht nur viel von Kunst verstehen, sondern sich auch auf Gespräche über Kunst mit den unterschiedlichsten Menschen freuen. Die Künstler Patrick Jeune und Recep Vardar sowie der Ausstellungsmacher Nikos Geropanagiotis haben einiges mit vielen Ostviertelbewohnern gemeinsam, zum Beispiel stammen alle drei aus Herkunftsländern wie Frankreich, der Türkei und Griechenland und sprechen eine andere Muttersprache als Deutsch.

„Kunst kommt ohne Sprache aus“, sind sich die drei Kunstschaffenden, die „Do you speak Kunst?“ konzipiert haben, einig. „Deshalb ist sie so gut geeignet, verschiedenste Menschen zusammenzubringen.“

Das werden sie tun mit ihrer Ausstellung von 24 Kunstwerken auf etwa 300 Quadratmetern Fläche in drei Räumen. Zwölf Porträts mit starkem Akzent auf dem Thema Augen von Maler Patrick Jeune werden zu sehen sein, ebenfalls zwölf „Bild-Objekte“ schuf Recep Vardar, der als „Korken-Künstler“ bekannt wurde.

Einige „interaktive Elemente“ soll es geben, die den ohnehin niederschwelligen Zugang zur Kunst noch erleichtern sollen. Außerdem legen die Ausstellungsmacher großen Wert auf eine internationale, interkulturelle Atmosphäre, in der die schöpferische Energie der Kunst ihre integrierende Wirkung gut entfalten kann.

„Bei einer solchen Aufbruchstimmung sind wir gerne dabei“, formuliert Recep Vardar das, was alle wollen. „Wir freuen uns riesig und wollen mit unseren Arbeiten gerne Menschen öffnen und verbinden.“ Damit „Jott und Pott“ in der alten Nadelfabrik über die Kunst zusammenfinden, hat jeder der vier Beteiligten Gäste aus seinem Umfeld eingeladen.

„Für mich ist der Zweck erfüllt, wenn die Leute lebhaft miteinander sprechen“, formuliert Jürgen Kutsch das Ziel der bereits vor Monaten geplanten Veranstaltung, der schon bald weitere folgen sollen.

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