Aachen: „Sichtbar“: Bilder vom Freiheitsgedanken und gelebter Emanzipation

Aachen: „Sichtbar“: Bilder vom Freiheitsgedanken und gelebter Emanzipation

Seit 40 Jahren lebt er in Deutschland, 30 Jahre arbeitete er als Wirtschafts-Ingenieur für ein Aachener Traditionsunternehmen, seit 20 Jahren malt er Bilder voller Lebenslust und Farbe. Nasser Eghbalpour ist ein Kosmopolit unter den Aachener Künstlern, er kennt die Welt und die Wirtschaft, Kulturen, Menschen, Sprachen und das weite Feld der Malerei.

Als er vor rund einem Jahr seine kleine Atelier-Galerie eröffnete, um sich hauptsächlich der Malerei zu widmen, setzte er sich das Ziel, Brücken zwischen den Kulturen zu schlagen und Bilder zu malen, die Menschen aller Länder zusammenführen und zu einem friedlichen und kreativen Miteinander beitragen. Leidenschaftlich setzt er sich in seiner aktuellen Ausstellung „Sichtbar“ mit dem Freiheits- und Selbstbestimmungsgedanken auseinander und präsentiert eine Reihe von Gemälden, die Frauen aus dem Iran und der westlichen Welt zeigen.

Poesie liegt in den wehenden Haaren iranischer Frauen, aus Schriftzeichen sind ihre Körper und Bewegungen komponiert. Sie stehen für Freiheit und das Recht auf Selbstbestimmung. Acryl und Wasserfarbe, Tusche und Ölkreiden nutzt Eghbalpour, um Freiheitsgedanken und bereits gelebte Emanzipation farbig zu illustrieren. Dabei beruft er sich nicht etwa auf modernen Feminismus, sondern auf den persischen Dichter Omar Chayyam, der vor rund 1000 Jahren die Lust am Leben beschwor. Ihm und der Freiheit widmet er ein handgeschriebenes Banner in leuchtenden Lilatönen, das zwischen seinen Bildern hängt und in der Schönheit der arabischen Schriftzeichen fasziniert.

Funkelnagelneu sind auch Bilder, die etwa ein nahezu abstraktes Portrait von innen zeigen — Nervenbahnen unter der Haut verweisen auf Lebendigkeit und Empfinden. Aus einer Reihe von Gewehren werden Kunstwerke, wenn sie meisterlich bemalt und ausgestellt werden. Vor allem die Lust am Augenblick und immer neue Aufbruchstimmung für ein besseres Leben ist es, was die Bilder von Eghbalpour kennzeichnen — frei von jeglicher Agitation leben sie von ihrer Lebendigkeit.

Die Ausstellung „Sichtbar“ eröffnet am Sonntag, 18. März, um 12 Uhr mit einer Vernissage an der Jakobstraße 192. Sie hängt bis zum 1. April und kann donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 14 bis 16 Uhr oder nach Absprache unter Telefon 0172/7070751 besichtigt werden.

(ipf)