Aachen: September Special geht trotz Aprilwetter nicht baden

Aachen: September Special geht trotz Aprilwetter nicht baden

Mehr wie ein „April Special“ mutete der musikalische Reigen in den vergangenen vier Tagen an — zumindest vom Wetter her. Von spätsommerlichem Sonnenschein bis hin zu schweren Hagelschauern war bei den Wetterkapriolen alles drin beim „September Special“. Aber auch das Programm war vielseitig.

Von afrikanischen Rhythmen über Big-Band-Sounds und Soul bis hin zu Rock wurde den Festivalbesuchern ein denkbar breites Spektrum geboten.

„Wir haben alle Geschmäcker bedient. Für mich überraschend war die Stimmung bei der Coverband ‚Just is‘ am Samstagabend. Da war der Münsterplatz knackig voll, und es hat richtig gebrodelt“, zieht Manfred Piana vom Märkte- und Aktionskreis City (MAC) ein persönliches Fazit. Angesichts von „nur“ zwei Bühnen sei es natürlich etwas enger geworden: „Die Besucher haben sich auf die beiden Plätze konzentriert, da war es natürlich noch voller als in den Vorjahren.“

Das Flair des Münsterplatzes ist bereits bekannt. Der Elisengarten hat sich während der vergangenen vier Tage zum pulsierenden Herz der Stadt entwickelt. „Vor allem die großen Wassermassen haben hier natürlich ihre Spuren hinterlassen. Die müssen erstmal abtrocknen. Schaden genommen hat der Rasen aber keinen“, ist Piana überzeugt.

Keine größeren Müllberge

Das Pfandsystem der beteiligten Gastronomen und die persönliche Wertschätzung des Publikums hätten dazu beigetragen, größere Müllberge in Form von Bechern und Flaschen zu vermeiden. „Die Bühne am Elisenbrunnen ist ganz klar eine Option für die Zukunft“, betont Piana. Auch Oberbürgermeister Marcel Philipp habe sich im Gespräch mit ihm zufrieden geäußert.

„Es war ganz klar die richtige Entscheidung, das September Special in diesem Jahr nicht ausfallen zu lassen, sondern nach dem Motto ‚klein aber fein‘ über die Bühne zu bringen“, sagt Piana. Aufgrund der Karlsausstellungen und des erwarteten Besucherandrangs am letzten Wochenende der Ausstellungstrias hatten der Marktplatz und der Katschhof als Spielorte nicht zur Verfügung gestanden.

Ein wahrer Besuchermagnet war der Freitagabend: Bei gutem Wetter strömten die Öcher vor allem zur Coverband der Doors, „The Doors of Perception“ in den Elisengarten. Veranstaltungsleiter Rick Takvorian vom städtischen Kulturbetrieb hatte hier ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Künstler bewiesen.

Am Münsterplatz, wo der MAC die Regie über das Programm übernommen hatte, begeisterten am Sonntagnachmittag noch die Big Band der Sparkasse Aachen und Carlos Cachafeiro. Mal kam die Sonne zum Vorschein, mal gab es einige Regenschauer. Von diesem Aprilwetter ließ sich kein Besucher die gute Laune verderben. „Wir sind wettermäßig wirklich noch mit einem blauen Auge davon gekommen und durch die Bank zufrieden“, bilanziert Piana.

Werbung für die Stadt

Wie ein „bunter Blumenstrauß habe sich das September Special in die vielen Veranstaltungen in diesem Jahr eingefügt und das Mosaik ergänzt. „Das ist angesichts der vielen Touristen, die Aachen in diesen Tagen besuchen, auch eine schöne Werbung für unsere Stadt“, freut sich Piana.

Werbeträger in diesem Sinne war sicher auch Edo Zanki, der Star des diesjährigen September Specials. Er begeisterte am Samstag zum dritten Mal das Aachener Publikum mit seinem gefühlvollen Soul. Zanki und seine sechs Musiker, darunter ein Saxophonist und ein Trompeter, präsentierten in Aachen eine Premiere: das neu konzipierte Programm „Body and Soul“.

Mit seinen Liedern von Liebe und Leidenschaft konnte der Mann, der den deutschen Soul mit Liedern wie „Dein roter Mund“ salonfähig gemacht hat, auch das sonst eher mobile Publikum des Septemer Specials in seinen Bann ziehen. Während die Besucher sonst mal gerne von einer Bühne zur anderen ziehen, blieben viele diesmal ob der berauschenden Musik im Elisengarten standhaft. Zu sehr umschmeichelten hier die swingenden Soulklänge das Ohr. Auch englischsprachige Titel hatte Zanki im Angebot, und flexibel zeigte er sich auch: Sein „October Sky“ wurde in Aachen kurzerhand zum „Septemer Sky“.

Allerdings hatte sich Edo Zanki so sehr verausgabt, dass er nach anderthalb Stunden zunächst eine kurze Pause einlegen musste und sich dann entschuldigte. Mit „Bye Bye“ gab er dem restlos begeisterten Publikum sein letztes Ständchen an diesem Abend, das ihm mit warmem Applaus gedankt wurde. „Er kann nicht mehr“, meinte Rick Takvorian.

Im kommenden Jahr dürfen sich die Aachener und ihre Gäste wieder auf ein längeres und größeres Festival freuen. Es wird Teil des Rahmenprogramms der Reit-Europameisterschaften vom 11. bis 23. August — und deshalb ein „August Special“ sein.

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