Aachen: September Special: Alleine die Lichtshow sehen mehr als 25.000 Neugierige

Aachen : September Special: Alleine die Lichtshow sehen mehr als 25.000 Neugierige

Was mit einem meteorologischen Paukenschlag — mit Donner, Blitz und Regen — am Donnerstagabend begann, endete am Sonntag dann mit der blitzsauberen Lichtshow an der Rathausfassade. Dazwischen lagen vier Abende und drei Nachmittage eines September Specials, das mit einigen Neuerungen ein gelungene Ausgabe im Jahr 2016 feierte.

Nicht alleine die große Marktbühne (programmverantwortlich die Burg Wilhelmstein mit Hans Brings) mit dem ab 22 Uhr zwei Mal angebotenen Hingucker der Lichtshow auf der ehrwürdigen Rathausfassade machte Furore. Gleichermaßen glücklich war der städtische Kulturbetrieb mit Rick Takvorian über den Standort Elisengarten: „Das hier ist eine geniale Atmosphäre“, schwärmte Takvorian und hörte am Samstagabend den extravaganten Klängen der Formation DePhazz zu, die in verschieden­sten Zusammensetzungen seit dem Jahr 2000 die Zukunft des Jazz klanglich immer wieder neu bestimmen — ein großes musikalisches Erlebnis für Aachen.

Wo man hinblickt: Regelrechte Menschenmassen tummelten sich beim September Special vor den Bühnen in der Stadt. Egal ob Thorbjörn Risager spielten (r. oben), Emma 6 (darunter) oder Gato Petro — voll war es immer. Zeitweise musste der Sicherheit zuliebe sogar gesperrt werden (r. unten). Foto: Heike Lachmann

Das ließ der Markt nicht auf sich sitzen: „Wir haben rappelvolle Abende hinter uns“, berichtete Stadtsprecher Bernd Büttgens, der am Donnerstag das Vier-Tage-Event mit der Moderation der Future-Lab-Show, einer Show, die unterhaltend Wissenschaft an den Bürger bringt, startete. Musikalisch ging die Reise los mit der britischen Band „The Electric“ am Freitag, es folgte „Emma6“ und die dänische Blues-, Soul- und Rock'n'Roll-Formation „Thor­björn Risager & The Black Tornado“ am Samstag.

Wo man hinblickt: Regelrechte Menschenmassen tummelten sich beim September Special vor den Bühnen in der Stadt. Egal ob Thorbjörn Risager spielten (r. oben), Emma 6 (darunter) oder Gato Petro — voll war es immer. Zeitweise musste der Sicherheit zuliebe sogar gesperrt werden (r. unten). Foto: Heike Lachmann

Die Leiden des Erfolges

Der Markt war am späten Abend dann regelmäßig das „Mekka der Erleuchteten“. Denn die Lichtshow ab 22 und 22.30 Uhr auf der Rathausfassade mit dem Titel „Aachen leuchtet“ zog dermaßen viele Menschen an, dass es zu Stauungen der ab- und abfließenden Besuchermassen kam. „Wir mussten am Freitag ab 21.30 Uhr die Eingänge sperren“, sagte Büttgens, ansonsten sei der Markt nicht mehr sicher gewesen.

Am Folgetag habe man bereits gelernt. „Wir haben mit der Security ein Ein- und Auslasssystem erarbeitet“, erklärte Büttgens, so dass während des Abfließens der Konzertbesucher bereits die Freunde des Lichts auf den Markt gehen konnten. Trotzdem waren es immer noch zu viele, am Samstag musste der Eingang Jakobstraße wieder komplett gesperrt werden. Insgesamt sahen über 25.000 Neugierige alleine das Lichtspektakel am Markt.

Für den Geschäftsführer des „MAC“ (Märkte- und Aktionskreis City), Manfred Piana, sind die Neuerungen des Jahres 2016 ein Beweis für die Flexibilität des Konzeptes „September Special“. Insbesondere die neue kulinarische Qualität, geboten in einem Zelt mit den Aachener Spitzenköchen Maurice de Boer (Ratskeller) und Christof Lang (La Bécasse) an der Flamme, schlug prächtig ein. Langs Resümee am Samstagabend: „Wir sind absolut zufrieden. Wir hätten sogar noch ein Drittel mehr Plätze brauchen können“, bewertete der Sterne-Koch das Experiment.

Begeistert zeigte sich beispielsweise Maggy Kampe über ihren Gewinn eines „Brillis“, den sie aus einem Champagnerglas fischte. Das war „der“ Gag in dem Gourmetzelt, sechs lupenreine Brillanten hatten die Betreiber in Antwerpen erstanden und versprochen, sie in prickelndem Champagner zu verstecken. Maggy Kampe hielt begeistert ihr Echtheitszertifikat hoch, nur zwei Gläser seien nötig gewesen für das Glitzergeschenk. Derweil legte Ratskeller-MaÎtre Maurice de Boer in der offenen Küche selber Hand an, de Boer strahlte, das öffentliche Brutzeln bereitete ihm offensichtlich Spaß. Doch auch wer Sterneküche links liegen ließ, konnte auf dem Katschhof im Schatten des Riesenrads andere Kost zu sich nehmen: Es gab reichlich Flammkuchen oder Burger.

Gigantisch viel Spaß

Den Spaß hatten gleichermaßen die „jüngeren Semester“ vor der Bühne im Hof des Kármán-Auditoriums am Templergraben. Von einem studentischen Orga-Komitee waren trendige Musikdarbietungen wie die Band „Kollektiv Ost“, „Gato Preto“ oder die als Live-Act auftretenden Aachener DJ's „Brid & Snyder“ gebucht worden, für Büttgens eine schöne „total neue Farbe“.

Auch das Bühnenprogramm am Münsterplatz, bespielt vom MAC selber, kam sehr gut. Hier sah man örtliche Größen wie die „Somebody Wrong Blues Band“, es gab den „Öcher Ovvend“ oder wie am Sonntagnachmittag zogen ganz junge Talente wie die stimmgewaltige 16-jährige Marie Rademacher, mit ihren „Friends“ das Publikum in ihren Bann. Das Fazit 2016: Keine nennenswerten Zwischenfälle und gigantisch viel Spaß.