Aachen: Señor Schnu malt Bauzaun am Klosterplatz ganz in Schwarz und Gold

Aachen : Señor Schnu malt Bauzaun am Klosterplatz ganz in Schwarz und Gold

Eine angenehme und attraktive Gestaltung der näheren Umgebung des Doms: Dieses Ziel hatten das Domkapitel und die Stawag laut Dompropst Manfred von Holtum vor Augen, als sie den Aachener Streetart-Künstler Señor Schnu beauftragten, den Bauzaun am Klosterplatz zu gestalten.

Hinter dem befindet sich das Materiallager für die Stawag-Baustellen Jakobstraße und Hof. Eigentlich bevorzuge er bunte Farben, sagt der heute in Berlin lebende Streetart-Künstler. Doch bei seinem aktuellen Projekt beschränkt er sich auf goldene Linien und Ornamente auf schwarzem Untergrund. Mit einem feinen, nachfüllbaren Stift trägt er die Farbe auf. Nur hier und da greift er auf Schablonen zurück. Bei seinen Motiven orientiert er sich an den Ornamenten des Doms.

Schön bunt: Auch am Neumarkt im Frankenberger Viertel ist das Trafohäuschen mit Gemälden verziert worden. Foto: Petra Jaspers

„Das ist eine Menge Arbeit“, sagt er, nachdem er die ersten Buchstaben und Ornamente bereits angebracht hat. Alles in allem wird es seiner Meinung nach etwa eine Woche dauern, bis er den mehrere Meter langen Bauzaun verziert hat. Und der wird laut Dompropst Manfred von Holtum ein echter Hingucker sein. Dass Bauzäune ein genialer Ort für Streetart sind, hat die Stawag bereits vor geraumer Zeit entdeckt. Bei der Heiligtumsfahrt beispielsweise, oder bei den Bauarbeiten am Hof. Dort entstand laut David Lulley, Baustellen-Kommunikation, sogar „der weltweit erste interaktive Bauzaun“.

Wettbewerb für Sprayer

Ganz offensichtlich hat die Stawag ihr Herz für die Streetart entdeckt und trifft damit den Geschmack der Bürger. „Wir hatten immer wieder Anfragen von Künstlern, ob wir nicht Flächen zum Sprayen zur Verfügung stellen könnten“, sagt Angeli Bhattacharyya, Stawag. Deshalb habe sich die Stawag entschlossen, unter dem Motto „Aachen soll bunter werden“ zu einem Wettbewerb aufzurufen. Die Gewinner dürfen nun die Trafohäuschen der Stawag gestalten.

Die ersten sind bereits fertig und sorgen für Aufsehen: An der Oppenhoffallee ist aus einem tristen Trafohäuschen ein exotisches kleines Paradies (Andreas Ponto) geworden, und in der Peterstraße hat Felix Rohrberg mit seinem Entwurf Ruhe und Stil in die Umgebung gebracht.

Die künstlerische Gestaltung weiterer Trafohäuschen steht noch an. Das nächste wird das am Rehmplatz sein, und am Neumarkt ist gerade wieder eins fertig geworden. Außerdem stehen noch zwei weitere Häuschen am Venn und an der Kaiser-Friedrich-Allee auf der Liste.

Laut Angeli Bhattacharyya ist die Resonanz auf diese Aktion rundum positiv. Die Künstler freuen sich über den gewonnenen Gestaltungsraum, und die Anwohner staunen darüber, wie sich „ein Schandfleck“ plötzlich in einen absoluten Hingucker verwandelt.

Zu dem Wettbewerb hat die Stawag gemeinsam mit dem Format Zeitung & Schule des Aachener Zeitungsverlags, der Bleiberger Fabrik, dem Graffitikünstler Lake13 und der Stadtentwicklung der Stadt Aachen aufgerufen. Die Materialkosten übernimmt jeweils die Stawag. Eine Fortsetzung hält Angeli Bhattacharyya durchaus für möglich. „Wir wollen aber erst einmal abwarten, wie es jetzt weitergeht“, sagt sie.

Die Künstler sollten bei ihren Entwürfen immer auch die Umgebung des Trafohäuschens berücksichtigen. Und das sei in den meisten Fällen auch ganz wunderbar gelungen, meint Angeli Bhattacharyya. Und es sei schön zu beobachten, wie Anwohner und Künstler miteinander ins Gespräch kämen. „Streetart ist inzwischen eine anerkannte Kunstart“, meint sie.

Allerdings bekam die Jury im Rahmen des Wettbewerbs auch Entwürfe zu sehen, die auf die Umgebung des jeweiligen Trafohäuschens keine Rücksicht nahmen. Und in die Nähe eines Friedhofs passe dann eben doch nicht jedes Bild, so Angeli Bhattacharyya.

Folgende Künstler beziehungsweise Gruppen sind bei der Gestaltung der Trafo-Häuschen mit von der Partie: Felix Rohrberg, Fero Art, Peterstraße, Andreas Ponto, Oppenhoffallee, Illu Aachen, Neumarkt, Illu Aachen, Venn, Alfred Neuwald, Kaiser-Friedrich-Allee, Lena Segtrop, Berufskolleg für Gestaltung und Technik, Rehmplatz.

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