Aachen: Senioren trainieren den Umgang mit Rollatoren

Aachen : Senioren trainieren den Umgang mit Rollatoren

Schlaglöcher, unebene Stellen und grober Schotter — für viele Menschen mit Rollator wird ein Spaziergang im Westpark ganz schnell zum Problem. „Zahlreiche Senioren haben darauf hingewiesen, dass sie sich nicht wohl fühlen, wenn sie sich auf den Wegen des Parks aufhalten“, erklärt Marion Bergk, Managerin des Quartiersbüros 55 plus am Westpark.

Zusammen mit drei Physiotherapiepraxen des Westviertels und dem Sanitätshaus BB medica lud das Quartiersbüro am Wochenende deshalb zu einem Rollatortraining ein, dessen Ziel es war, die Senioren mit ihrem Rollator vertraut zu machen, aber auch, ihnen die Angst zu nehmen, einen solchen zu benutzen.

„Ein Rollator dient als Hilfsmittel, nicht als Handycap. Wir versuchen zu vermitteln, dass so ein Gefährt viel Sicherheit geben kann“, sagt Sabina Mijlkovic, Ergotherapeutin des Altenheims St. Elisabeth. Mithilfe von einem Parcours wurden zunächst alltägliche Problemstellen wie Löcher im Asphalt simuliert. So sollte das Sicherheitsgefühl der Senioren gestärkt werden und ihre Erfahrung mit schwierigen Situationen verbessert werden. Anschließend wurden die gewonnenen Erkenntnisse unter realen Umständen angewandt. Die unebene Bodenbeschaffenheit kann zu einer wahrhaftigen Gefahr werden.

„Aufgrund ihres schlechten Gehörs haben es die Patienten schwer, vorbeifahrende Radfahrer wahrzunehmen. Wenn sie nun mit ihren Rollatoren durch den Schotter auch noch selbst Lärm erzeugen, kann es unter Umständen sehr gefährlich werden“, berichtet Bergk. Doch auch die richtige Haltung beim Benutzen eines Rollators wurde den Senioren durch das Training beigebracht.

„Oft bekommen wir mit, dass Rollatoren falsch eingestellt sind, was dann zu Rückenproblemen führen kann“, erklärt Philipp Willems. Konkrete Aufgabe des Reha-Technikers und seiner Kollegen von BB medica war es, die Rollatoren auf technische Defekte zu untersuchen und den Senioren eine gesunde Haltung während der Nutzung anzutrainieren. Einmal alle Hindernisse erfolgreich gemeistert, erhielten die Patienten am Ende der Veranstaltung den Rollatorführerschein.

„Mithilfe des Führerscheins wird ihnen Selbstsicherheit gegeben, dadurch trauen sich viele Patienten dann auch wieder öfter, vor die Türe zu gehen und einen Vormittag im Westpark zu verbringen“, freut sich Anne Maerz, Physiotherapeutin in der Praxis Dorothee Geilenkirchen.

Bindung an das Viertel

Die Zusammenarbeit der verschiedenen Einrichtungen ist Teil des Projektes „Altersgerechte Quartiersentwicklung im Westparkviertel“, welches durch die Stadt Aachen und das Altenheim St. Elisabeth durchgeführt, außerdem vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird. „Grundgedanke des Projektes ist es, Senioren ein selbstbestimmtes Leben im Westviertel zu ermöglichen und ihnen den Alltag nachhaltig zu vereinfachen, um sie langfristig an das Viertel zu binden“, erläutert Marion Bergk.

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