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Kirchenchor St. Laurentius: Seit 75 Jahren erhebt Maritta Neuß die Stimme

Kirchenchor St. Laurentius : Seit 75 Jahren erhebt Maritta Neuß die Stimme

Sage und schreibe 75 Jahre ist es her, dass Maritta Neuß erstmals im Kirchenchor St. Laurentius gesungen hat. Am 1. April 1945 war das in der Kirche St. Laurentius, seither hat sie keine Probe versäumt außer bei Krankheit oder Reisen.

Während des Krieges war der 1874 gegründete Männerchor zu einem gemischten Chor geworden. Als die Männer nach dem Krieg aus der Gefangenschaft zurückkehrten und den Chor wieder zu einem reinen Männerchor machen wollten, hieß es: „Nicht mit uns, da haben wir uns gewehrt. Da ließen wir uns nicht mehr vertreiben“, erinnert sich Maritta Neuß.

Heute hat der Chor unter der Leitung des Kantors Gregor Jeub mehr als 100 Mitglieder und ist zusammen mit dem Kammerorchester der Pfarrei St. Laurentius zu einer viel beachteten Adresse im Aachener Musikgeschehen geworden. Maritta Neuß erlebt diese Blütezeit des Chors mit Dankbarkeit, und sie erinnert sich gerne an die vielen gemeinsamen Konzerte und Reisen. Ihr ist die Gemeinschaft des Chors ans Herz gewachsen, und ihre freundliche Ausstrahlung ist eine große Bereicherung für alle. So hat sie in den 75 Jahren der Nachkriegszeit 66 Messordinarien und viele große Konzertwerke als Sopranistin in ihr gesangliches Repertoire aufgenommen – eine beachtliche Leistung.

Feierliche Visite an der Haustür

Die Gratulation des Chors zum Jubiläum sollte ein Feuerwerk werden. Geplant war, dass das „Halleluja“ aus dem „Messias“ von Händel als „Geburtstagsständchen“ musikalisch erstrahlen sollte. Zuvor sollte Maritta Neuß die Urkunde des Cäcilien-Verbandes erhalten. Doch in Zeiten von Corona bleibt das Gratulationsfeuerwerk aus.

Statt dessen gratulierten die Chormitglieder schriftlich. Die Schriftführerin des Chors, Karin Mahr, und der Vorsitzende Petrus Rick stellten Neuß einen Korb mit Glückwunschbriefen, einem Blumenstrauß, einem Kuchen, dem Geschenk des Chors und der Urkunde vor die Haustür. Dann wurde geklingelt, und als sie an der Haustür erschien, dankte man ihr mit einer angemessenen Rede – natürlich unter Einhaltung der Abstandsregeln.

(red)