Aachen: Schwimmkurse für Grundschüler: Stadt fördert lebenswichtiges Projekt

Aachen : Schwimmkurse für Grundschüler: Stadt fördert lebenswichtiges Projekt

Man muss in Aachen sicherlich noch nicht davon sprechen, dass die Stadt das Schwimmen verlernt. Dennoch: Immer mehr Kinder können sich nicht gefahrlos durch das Wasser bewegen. Das Projekt „Gemeinsam sicher schwimmen in Aachen“ des Fachbereichs Sport der Stadt Aachen in Kooperation mit dem Stadtsportbund Aachen will dem entgegensteuern.

Genaue Zahlen werden derzeit noch erhoben: In jedem Fall geben in einigen Stadtteilen lediglich 20 Prozent der Eltern bei der Einschulung an, dass ihr Kind schwimmfähig sei. Und nicht jede Schule trainiert Nichtschwimmer im Sport-Unterricht. „Leider gibt es immer wieder alarmierende Zahlen zu Badeunfällen“, meint Petra Prömpler, Leiterin des Fachbereichs Sport der Stadt.

Die Ursachen sind vielfältig: „Häufig haben die Eltern zu wenig Zeit“, erklärt Prömpler. „Auch andere Kulturen spielen eine Rolle.“ Jedenfalls gebe es in Aachen — im Unterschied zu anderen Städten — nicht zu wenige Schwimmhallen, sagt sie.

Das Ergebnis in Aachen sind trotzdem stark gemischte Gruppen in einer Klasse: Nicht-Schwimmer und erfahrene Krauler. „Diese Inhomogenität ist das größte Problem“, betont Dr. Olga Siegmund vom Stadtsportbund Aachen.

Mit Hilfe des Projekts sollen die Gruppen nun aufgeteilt und gefördert werden. Während sich ausgebildete Übungsleiter um die Anfänger kümmern, können die Sportlehrer sich auf die besseren Schwimmer konzentrieren, um auch deren Fähigkeit zu erhöhen.

15 Schwimmstunden erhält eine Klasse durchschnittlich pro Halbjahr.

Unterricht und Wettkämpfe

Und so plantschen beispielsweise zwei Dutzend Schüler und Schülerinnen der KGS Verlautenheide glücklich in der Osthalle — ausgestattet mit zahlreichen Schwimmnudeln. „Wir sind für das Projekt total dankbar“, erklärt Lehrerin Carolin Garbe. „Endlich können wir die Gruppe teilen.“

Das Projekt startete im vergangenen Schuljahr in sehr kleinem Rahmen, im zweiten Halbjahr haben dann acht Schulen teilgenommen. Demnächst sollen die Schwimmstunden stark erweitert werden. Auf einem Fragebogen gaben von den 37 Grundschulen fast alle an, dass sie gerne mitmachen würden. „Wir versuchen, 30 Schulen zu stemmen“, kündigt Prömpler an.

Ermöglicht wurde „Gemeinsam sicher schwimmen in Aachen“ durch eine großzügige Spende der Aachener Bank in Höhe von 5000 Euro.

In Zukunft will die Stadt nicht nur das Schwimmen lehren, sondern auch wieder einen stärken Fokus auf Grundschulwettkämpfe im Schwimmen setzen, kündigt Petra Prömpler an. Vielleicht ja mit Kindern, die sich ohne das Projekt nicht einmal über Wasser hätten halten könnten.