Aachen: Schwertbad: Gespräche mit Verdi sind schon wieder gescheitert

Aachen : Schwertbad: Gespräche mit Verdi sind schon wieder gescheitert

Die ersten Hoffnungen auf ein einfacheres Auskommen mit dem neuen Eigentümer haben sich zerschlagen: Anfang Mai war bekanntgegeben worden, dass das Schwertbad mit seinen mehr als 200 Mitarbeitern vom katholischen Sozialkonzern Marienhaus-Holding an die Inoges AG aus Krefeld übergehen sollte.

Die Mitarbeiter waren in einer Versammlung über den geplanten Wechsel informiert worden. Dort war auch verkündet worden, dass es keinen Lohnverzicht mehr geben werde.

Um eben den war es schon seit mehr als drei Jahren gegangen — begleitet von immer wieder auftauchenden Schließungsgerüchten. Besonders die knapp 100 Mitarbeiter der Rheumaklinik, die mit dem Schwertbad zusammengelegt worden war, sollten auf mehr als 20 Prozent des Gehalts verzichten, dafür gab es aber nie eine Mehrheit der Beschäftigten oder des Betriebsrats mit der Gewerkschaft Verdi an der Seite. Sekretär Harald Meyer hatte als Kompromissangebot einen Tarifvertrag vorgelegt, der ein Gehaltsniveau etwa zehn Prozent unter dem des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst (TVÖD) vorsieht sowie die Streichung einer zusätzlichen Altersversorgung. Darüber war auch schon — vergeblich — mit Marienhaus verhandelt worden.

Inoges-Vorstandsvorsitzender Wolfgang K. Hoever soll nach Angaben der Arbeitnehmervertreter Anfang Mai sogar von vorsichtigen Lohnsteigerungen gesprochen haben, so hieß es etwa im Betriebsrat. Doch davon scheint nun nicht mehr die Rede zu sein. Der Kaufvertrag zwischen Marienhaus und Inoges ist nach Darstellung von Verdi-Sekretär Harald Meyer zwar so gut wie unterschriftsreif, einzige Hürde sei die Einigung mit der Gewerkschaft über die Vergütung. Der Inoges-Entwurf schreibe aber nur die Löhne fort, die gegenwärtig gezahlt würden (20 bis 25 Prozent unter TVÖD), außerdem solle er an die Vergütungssätze der Kostenträger gekoppelt werden. Meyer: „Dem haben wir eine klare Absage erteilt. So etwas unterschreiben wir nicht. Inoges kommt uns in keinster Weise entgegen.“

Die Gespräche seien deshalb abgebrochen worden, neue Termine habe man nicht vereinbart. Die Gewerkschaft habe in einer Versammlung danach Rückendeckung durch die Mitglieder bekommen: „Das Votum war eindeutig: Wir lassen uns nicht erpressen.“ Auch nicht auf die Gefahr hin, dass die Schließung drohe oder Inoges vom Kauf zurücktrete.

Wie geht es nun weiter mit dem Schwertbad? Harald Meyer: „Die Zukunft ist offen.“ Möglicherweise werde Inoges Einzelgespräche mit den Beschäftigten aufnehmen. Eine telefonische Bitte um Stellungnahme blieb am Freitag sowohl bei der Marienhaus-Holding als auch der Inoges AG ohne Ergebnis.

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