Aachen: Schwerpunktaktionen der Aseag: Ohne Ticket schwarz ärgern

Aachen : Schwerpunktaktionen der Aseag: Ohne Ticket schwarz ärgern

Der gute Einstieg ist für den ein oder anderen ein ausgesprochen „preiswertes“ Vergnügen. Einfach nicht bezahlen, lautet häufig die Devise. Und darauf hoffen, dass man nicht zu den Menschen gehört, die mit einem Kontrolleur der Aseag Bekanntschaft machen.

Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere: Satte 1,5 Millionen Euro Schaden entstehen dem Nahverkehrsunternehmen pro Jahr durch Schwarzfahrer. Was für die Aseag wiederum alles andere als ein Vergnügen ist.

Die Aseag geht daher neue Wege. Positiv denken ist angesagt. Treue Kunden belohnen. Also diejenigen, die nicht ihr diskussionswürdiges Sparvergnügen auf Kosten der Allgemeinheit ausleben. Wie das geht? Ganz einfach: Am Wochenende schickt die Aseag neben den bisher rund 14 Kontrolleuren weitere Kräfte ins Rennen, die in der gesamten Städteregion einen Blick auf die Fahrscheine der braven Kunden werfen sollen.

Das liest sich dann bei Aseag-Vorstand Michael Carmincke so: „Mit den zusätzlichen Fahrscheinkontrollen danken wir auch herzlich unseren treuen Kunden. Sie sorgen gemeinsam mit den Steuerzahlern dafür, dass die Aseag-Busse in Aachen und der Region fast rund um die Uhr rollen.“ Wer beim Schwarzfahren erwischt wird, dem soll reine Mathematik verdeutlicht werden: 60 Euro „erhöhtes Beförderungsgeld“ sind eben mehr, als der Preis für einen einfachen Fahrschein. Außerdem fahre es sich mit gültigem Fahrschein deutlich entspannter, ist die Aseag überzeugt. Zudem biete das Ticketangebot von Aseag „für jeden Anlass den passenden Fahrschein“. Von Einzeltickets für Gelegenheitsfahrer bis zu Monatskarten mit starkem Rabatt. Wer will da schon schwarz fahren...

Bei den zusätzlichen Fahrscheinkontrollen werden einige Linien über mehrere Stunden besonders intensiv kontrolliert. Welche das sind, wollte die Aseag verständlicherweise am Mittwoch nicht mitteilen. Carmincke: „Wir bitten unsere Kunden für die mit den Kontrollen verbundenen Unannehmlichkeiten um Verständnis.“ Aber es sei an der Zeit, ein deutliches Signal gegen das Schwarzfahren zu setzen. „Daher kündigen wir die verstärkten Kontrollen auch vorher an.“

71,4 Millionen Fahrgäste haben die Aseag und die für sie fahrenden Unternehmen im vergangenen Jahr durch die Städteregion kutschiert. Von den kontrollierten Fahrgästen - laut Aseag-Pressesprecher Paul Heesel „mehrere Hunderttausend“ — hatten drei Prozent kein gültiges Ticket. Nicht berücksichtigt sind diejenigen, die zwar aktuell kein gültiges Ticket vorzeigen konnten, gleichwohl aber eines besitzen. In diesen Fällen müssen sie den Fahrschein später im Kundencenter vorlegen — und gelten nicht als klassischer Schwarzfahrer.

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