Aachen: „Schwerer Verlust für die Stadt Aachen“: Dr. Heiner Berger ist tot

Aachen: „Schwerer Verlust für die Stadt Aachen“: Dr. Heiner Berger ist tot

Dr. Heiner Berger ist tot. Er starb am Samstag völlig unerwartet im Alter von 81 Jahren. Am 1. Juni wäre er 82 Jahre alt geworden. Er hinterlässt Ehefrau und zwei Kinder. Heiner Berger war von 1975 bis 1995 Oberstadtdirektor der Stadt Aachen — bis zur Abschaffung der bis dahin üblichen Doppelspitze.

Die Leitung der Stadtverwaltung und das politische Amt des Oberbürgermeisters befanden sich zu der Zeit in getrennten Händen.

Der CDU-Politiker engagierte sich auch im hohen Alter noch in zahlreichen Funktionen, am Dienstag erst hatte er einer Sitzung des CDU-Kreisvorstands teilgenommen. 2009 hatte er bei der Kommunalwahl das Direktmandat seines Wahlkreises Laurensberg-Richte­rich zum Städteregionstag gewonnen.

Der gebürtige Kölner war vor seinem Wechsel nach Aachen 1975 als Stadtdirektor und Stadtkämmerer im Dienste der Stadt Göttingen tätig. Zugleich erhielt er an der dortigen Universität Göttingen auch einen Lehrauftrag für Verwaltungslehre. In Aachen bekleidete er bis zu seiner Pensionierung im Oktober 1995 das Amt des Oberstadtdirektors als Nachfolger von Anton Kurze.

Große Betroffenheit

Dabei setzte er sich von Anfang an sowohl bei der Stadt Aachen als auch in den verschiedenen Gremien und Institutionen, denen er zusätzlich noch angehörte, maßgeblich für zeitgemäße Verwaltungsreformen und deren Umsetzung ein. So war er unter anderem an der Verwaltungsmodernisierung und Dienstrechtsreform im Deutschen Städtetag und vor allem an der Reform der nordrheinwestfälischen Kommunalverfassung beteiligt. Letztere bewirkte unter anderem, dass seine Position als Oberstadtdirektor mit dem Datum seiner Pensionierung abgeschafft und die Stadtverwaltung von einem direkt gewählten hauptamtlichen Oberbürgermeister in Personalunion übernommen wurde.

Im Ruhestand engagierte sich Berger als freier Mitarbeiter, Berater und Dozent bei verschiedenen Institutionen und schließlich auch als aktiver Politiker. Ab 2009 war er maßgeblich an der Gründung der Städteregion Aachen mithilfe des Aachen-Gesetzes beteiligt. Berger wohnte in Laurensberg und spazierte oft zusammen mit seiner Frau Mechthild über die Höhen mit Blick auf den Talkessel.

Sein Tod löste in Aachen große Betroffenheit aus. Oberbürgermeister Marcel Philipp: „Sein Tod hat mich total überrascht. Es gab keine Anzeichen dafür. Ein schwerer Verlust für die Stadt Aachen.“ Das Besondere an Heiner Berger sei gewesen, dass er sich auch nach dem Ausschieden aus der Beruf in die Tiefen der Kommunalpolitik begeben habe: „Es gibt nur positive Erinnerungen an ihn, er war immer freundlich.“ Und CDU-Vorsitzende Ulla Thönnissen: „Er stand stets an meiner Seite, deshalb bin ich über seinen Tod auch persönlich schockiert. Er wird uns politisch und menschlich sehr fehlen.“

Trauer auch bei Dr. Jürgen Linden (SPD), Vorsitzender des Karlspreis-Direktoriums und von 1989 bis 2009 Oberbürgermeister der Stadt Aachen: „Wir haben über Parteigrenzen hinweg sehr gut zusammengearbeitet, weil wir immer die Stadt im Blick hatten. Dabei haben wir ein freundschaftliches Verhältnis zueinander entwickelt. Sein Tod kommt sehr plötzlich, weil ich ihn dieser Tage noch getroffen habe. Es tut mir leid für die gesamte Familie Berger.“

SPD-Vorsitzender Karl Schult­heis: „Heiner Berger war aus meiner Sicher ein engagierter und präziser Sachwalter der Interessen der Stadt Aachen.“ Er habe der Städteregion, der er anfangs skeptisch gegenüberstand, wesentlich mit zum Erfolg verholfen, insbesondere durch seine langjährige Erfahrung als Oberstadtdirektor.

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