Aachen: Schwarz-Grün richtet den Blick auf das Grüne

Aachen: Schwarz-Grün richtet den Blick auf das Grüne

Reisen bildet. Bei einem Ausflug nach Münster haben Vertreter von Aachens schwarz-grüner Ratsmehrheit jetzt eine Menge über den Umgang mit Grünflächen gelernt.

„Die Pflege der Anlagen klappt dort auch nicht besser als bei uns”, hat CDU-Umweltpolitiker Ferdinand Corsten festgestellt, „aber man macht dort bessere Öffentlichkeitsarbeit.” Den Münsteranern sei ihr Grün ziemlich ans Herz gewachsen, in Aachen wäre die Beziehung noch ausbaufähig. „Wir müssen die Grünflächen, die Gärten und Parks noch mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken”, meint Sabine Göddenhenrich, die grüne Vorsitzende des Umweltausschusses.

Dabei wissen die Öcher ihren Stadtpark, ihren Lousberg, den Westpark und all die anderen Oasen im Stadtgebiet durchaus zu schätzen, und sie tun auch etwas dafür. „Baumpatenschaften haben wir schon”, sagt Ferdinand Corsten. Seine grüne Mitstreiterin Sabine Göddenhenrich möchte dieses „bürgerschaftliche Enagement mehr würdigen und fördern”. Beim Spaziergang über den Lousberg zeigt sie auf das Denkmal von Teufel und Marktfrau, die Parkbank dahin wirkt nicht mehr ganz frisch. „Da könnte doch von den Bürgern etwas gestiftet werden”, regt sie an.

Dabei darf der Name der Stifter ruhig etwas glänzen. In der Vergangenheit wurden solche Spenden bsiweilen allzu diskret behandelt. „Es gab das Problem bei den Verkehrsflächen”, erklärt Corsten. Wer sich etwa als Pate um das Straßenbegleitgrün verdient gemacht hatte, durfte laut städtischer Satzung nicht mit irgendwelchen Schildern auf sein Engagement hinweisen. „Das war ein großes Hindernis”, weiß der CDU-Ratsherr, „aber inzwischen ist das geändert.” Seither seien die Öcher wieder etwas stiftungsfreudiger. Auch da hat Schwarz-Grün in Münster etwas gelernt. „Die Größe der Schilder ist dort klar geregelt”, berichtet Göddenhenrich, „die sind alle einheitlich.” So kann man verhindern, dass aus dem Wald ein Schilderwald wird.

Ein schönes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement ist sicher auch die Lousberg-Gesellschaft, die sich um Teile des dortigen Parks kümmert und auch den Kerstenschen Pavillon betreibt. Aber es geht auch ein paar Nummern kleiner. Wenn etwa die Enkel der Oma einen Baum schenken wollen, könnten sie sich an den Stadtbetrieb wenden und gemeinsam das richtige Gehölz und den richtigen Standort aussuchen, schlägt Göddenhenrich vor. Hauptsache ist, dass die Aachener sich „mit ihren Grünflächen identifizieren”, meint Corsten. Deren Pflege kann die Stadt nach Ansicht der schwarz-grünen Ratsvertreter nicht in der Form leisten, wie sie wünschenswert wäre. Da ist die Hilfe der Bürger willkommen. „Sinnvollerweise stellen sie Geld zur Verfügung”, meint Corsten.

Natürlich wird auch praktische Mitarbeit geschätzt, etwa bei Pflanz- oder Aufräum-Aktionen. Ansonsten aber bräuchten die Parks und Anlagen eine fachliche Pflege. Wohlmeinende Öcher, die mit Baumsäge und anderen Gerätschaften den Parks zuleibe rücken, wären da nicht wirklich eine Hilfe.

Verantwortung könnten die Bürger aber auch in anderer Weise wahrnehmen, meint Ferdinand Corsten. „Das fängt damit an, dass ein Papiertaschentuch nicht ins Beet geworfen, sondern in die Tasche gesteckt wird.” Nach seinen Angaben geht die Anzahl an Tonnen Müll, die jährlich aus Aachens Grünanlagen geklaubt werden, „weit in den dreistelligen Bereich”.

Wer sich für Aachens Grünflächen engagieren will, kann sich mit dem Stadtbetrieb (Susanne Arnold, Tel. 432-18550) oder über die Fraktionen mit Sabine Göddenhenrich (Tel. 432-7227) und Ferdinand Corsten (Tel. 432-7211) in Verbindung setzen.

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