Aachen: Schulessen in der 4. Gesamtschule weiterhin ein großes Problem

Aachen : Schulessen in der 4. Gesamtschule weiterhin ein großes Problem

„Es wird Ostern werden“, waren die eher lapidaren Antworten von Schuldezernentin Susanne Schwier wie auch von OB Marcel Philipp. Beim leidigen Thema „Schulessen“ ging es am Mittwoch im Aachener Stadtrat kurz vor der närrischen Ratsitzung um die ernsten Konsequenzen des jüngst Pleite gegangenen Mensavereins von Aachens 4. Gesamtschule.

Denn die Eltern, darunter auch der Sprecher der Schulpflegschaft der Gesamtschule, waren zur Bürgerfragestunde in den Ratssaal gekommen. Sie wollen sich eigentlich überhaupt nicht damit abfinden, dass ihre Kinder nun ohne warmes Mittagessen dem Unterricht in der Ganztagsschule folgen sollen, das sei ein Unding.

Der Mensaverein hatte die Zahlungen für die Essenslieferungen des Studierendenwerks nicht mehr aufbringen können, der Vorsitzende musste Insolvenz anmelden.

„Die Kinder haben Hunger“, formulierte es eine Mutter ganz simpel. „Und, Herr Oberbürgermeister, uns ist es egal, ob wir unsere Beiträge an den Mensaverein oder an die Stadt zahlen, bitte tun Sie als Stadt etwas“, war die konsequente Aufforderung der Mutter. Sie wurde unterstützt von zwei weiteren Müttern, die sich ebenso keinesfalls einfach so mit der Lage abfinden wollten. Man solle die Essensversorgung doch überhaupt aus privaten Vereinshänden nehmen und künftig „professionalisieren“, hieß es. Auch die Schülerinitiativen mit Sandwichtoastern und Schokobrunnen seien lobenswert, aber keine Lösung.

Grundlagenerlass zitiert

Dezernentin Schwier versuchte zu erklären, dass eine Neubeauftragung in kürzester Zeit nicht möglich sei. Man prüfe verwaltungsseitig, ob eine Ausschreibung nötig sei oder ob man womöglich unbürokratisch „Dienstleistungskonzessionen“ vergeben könne. Wie auch immer, das werde nicht so schnell gehen. Schwier bekam die Unterstützung des OB: „Es ist eine Frage des Vergaberechts, das wird Ostern“, beschied er die Eltern, die achselzuckend den Saal verließen.

Eine der Mütter machte noch im Gehen aufmerksam auf den „Grundlagenerlass“ des Landes NRW für Ganztagsschulen. Da sei im Paragraphen 6 unter den Absätzen 2 und 3 geregelt, dass man unmittelbar in Eigeninitiative Abhilfe schaffen könne. Warum das nicht für die Stadt gelte, war für die Mütter kaum nachvollziehbar.

Mehr von Aachener Nachrichten