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Aachen: Schulempfehlung soll Überforderung verhindern

Aachen : Schulempfehlung soll Überforderung verhindern

Am 19. Januar gibt´s Zeugnisse. Für die rund 2100 Viertklässler an den Aachener Grundschulen ist dieses Halbjahreszeugnis besonders wichtig, denn es bringt nicht nur Noten, sondern auch die Empfehlung für die weiterführende Schule, die das Kind ab Sommer besuchen sollte.

Und künftig hat diese Empfehlung in Nordrhein-Westfalen sehr viel mehr Gewicht. Eltern können nicht mehr, wie bisher, frei entscheiden, ob ihr Kind auf Hauptschule, Realschule, Gymnasium oder Gesamtschule soll. Stimmen Eltern und Grundschule überhaupt nicht überein, dann müssen die Kinder künftig einen dreitägigen Prognoseunterricht absolvieren.

„Das Verhältnis zwischen der Grundschul-Empfehlung und dem Elternwillen wird neu gewichtet”, erläutert Schulamtsdirektorin Claudia Meyer zur Heyde. „Die wichtige Partnerschaft zwischen Schule und Eltern wird ernster genommen.”

Die Erfahrung der letzten Jahre zeige: „Entscheidungen über die Schullaufbahn am Ende der Grundschulzeit beinhalten immer eine grundsätzliche Prognose-Unsicherheit.”

Und die Folgen falscher Entscheidungen sind dramatisch: Jedes Jahr scheitern nach Angaben des Schulamts allein in NRW rund 15.000 Kinder an den weiterführenden Schulen. „Ständige Überforderung führt zu schulischem Misserfolg, seelischen Leiden und einer Schulmüdigkeit, die kaum zu reparieren ist”, sagt Meyer zur Heyde.

Die neue Regelung soll „ein Schrittchen zu mehr Sicherheit” in der Schulempfehlung bringen. Wie bisher erhält jedes Kind mit dem Zeugnis eine begründete Empfehlung für Hauptschule, Realschule oder Gymnasium. Für jedes Kind wird wie bisher auch die Gesamtschule empfohlen, die ja schulformübergreifend ist.

Neu - und wichtig - ab diesem Schuljahr: Ist ein Kind für eine weitere Schulform „mit Einschränkung” geeignet, so wird diese ebenfalls im Zeugnis vermerkt.

Wollen Eltern für ihr Kind aber eine Schulform, für die es nicht einmal mit Einschränkung empfohlen wird, dann soll ein dreitägiger Prognoseunterricht unter Leitung des Schulamts die Entscheidung bringen. Und nur, wenn alle Beteiligten einstimmig überzeugt sind, dass das Kind für die gewünschte Schulform ungeeignet ist, dann wird der Elternwunsch abgelehnt.