Aachen: Schulbuchfonds: 2000 Schülern konnte schon geholfen werden

Aachen : Schulbuchfonds: 2000 Schülern konnte schon geholfen werden

Familien, die sich Schulbücher oder andere Lernmittel für ihre Kinder nicht leisten können, bekommen Unterstützung durch den Nele-und-Hanns-Bittmann-Verein und die Stadt Aachen. Seit 2007 schon sorgen sie gemeinsam dafür, dass den Schülern schnell und unbürokratisch geholfen wird. Und laut Hedwig Werner, Schulsekretärin der Gesamtschule Brand, funktioniert das System ganz wunderbar.

Sie hat einen Überblick über die bedürftigen Schüler, da diese schon bei der Finanzierung des Essens in der Mensa entsprechend unterstützt werden. An der Gesamtschule Brand wurde im vergangenen Jahr 87 Schülern geholfen, in diesem Jahr sind es bereits 88. Die Schulen geben die Namen der bedürftigen Schüler an die Stadt weiter, die dann für die Auszahlung des jeweiligen Betrages zuständig ist.

„Für uns wäre es sehr schwierig, zu prüfen, wer bedürftig ist und wer nicht“, sagt Norbert Strauch vom Nele-und-Hanns-Bittmann- Verein und begrüßt ganz klar die Zusammenarbeit von Schule, Stadt und Verein. Der Verein selbst hat einen Fonds eingerichtet, aus dem die Hilfsleistungen finanziert werden. Rund 3800 Euro wurden im vergangenen Jahren von allen Aachener Schulen abgerufen.

Insgesamt rund 2000 Kinder profitierten bislang von dem Fonds. „Es ist der Stadt ein großes Anliegen, allen Kindern eine gute schulische Biografie zu ermöglichen, ohne dass sie stigmatisiert werden“, sagt Heinrich Brötz, Leiter des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule.

Bislang habe der Hilfsfonds im Stillen agiert, jetzt aber wolle man ihn bekannter machen, um den einen oder anderen Unterstützer zu finden. Denn Spender, die den Hilfsfonds des Vereins aufstocken wollen, sind gern gesehen. Immerhin komme das gespendete Geld hier ganz unmittelbar den Familien zugute, die es brauchen, um ihre Kinder angemessen mit Büchern ausstatten zu können, meinen alle Beteiligten gleichermaßen.

Für jedes Kind müssen die Eltern einen Eigenanteil von 30 Euro für die Schulbücher aufbringen, dazu kommen laut Andreas Lux, Leiter der Gesamtschule Brand, noch einmal etwa 30 Euro für sogenannte zusätzliche Lernmittel, die im Laufe des Schuljahres anfallen. „Und wenn beispielsweise ein Taschenrechner angeschafft werden muss, dann reißt das ein großes Loch ins Budget der Eltern“, sagt er. Deshalb gebe es an der Gesamtschule Brand auch die Möglichkeit, Taschenrechner zu leasen.

„Offen und ohne Scham“

„Es gibt Schüler, die überlegen schon ab der fünften Klasse, wie sie später ihre Abschlussfahrt bezahlen sollen“, sagt Schülersprecherin Antonia Hornfeld. Ebenso wie ihre Schülersprecher-Kollegen Sara Schrüllkamp und Johann Houben findet sie es „positiv, dass es diesen Hilfsfonds gibt“, und glaubt, dass er dazu beiträgt, „offen und ohne Scham“ mit dem Thema umzugehen.

Nach den Erfahrungen von Hedwig Werner ist es aber bislang doch häufig so, dass die Eltern sich tatsächlich für ihre Bedürftigkeit schämen. Umso wichtiger sei, dass sie unmittelbar mit der Schule sprechen können, ohne einen komplizierten Antrag zu stellen, meint sie. „Wer will, kann sich aber auch direkt beim Nele-und- Hanns-Bittmann-Verein melden“, sagt Norbert Strauch.

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