Schmithof: Schützen: Nach dem Krieg musste es ganz schnell gehen

Schmithof : Schützen: Nach dem Krieg musste es ganz schnell gehen

In den 125 Jahren ihres Bestehens wurde die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft gleich zweimal „geboren“. So steht es jedenfalls in der Chronik: 1892 wurde die Gründung vollzogen, 1947 erfolgte die Neugründung. Nach 125 Jahren Schützengeschichte bereitet sich der kleine Ort in der Aachener Voreifel derzeit auf die Sommerkirmes, verbunden mit dem großen Bezirksschützenfest, vor.

Dabei liegen die Anfänge des Schützenwesens noch weiter zurück. „In Schmithof gab es lange vor 1892 bereits Schützen“, berichten Vorsitzender Herbert Schmitz und Geschäftsführer Bernd Oslender. Eine kleine Gruppe habe sich seinerzeit den befreundeten Schützen aus Walheim angeschlossen. Bis dann eines Tages im Jahre 1892 der Wunsch nach Selbstständigkeit reifte.

Vorsitzender Herbert Schmitz (oben links) und Geschäftsführer Bernd Oslender (oben rechts) blicken auf eine 125-jährige Schützengeschichte in Schmithof zurück. Das wollen sie Anfang Juli gebührend feiern. Die Archivaufnahmen zeigen die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft 1960 (unten links) sowie das erste Königspaar nach dem Krieg Karl und Maria Dujardin (unten rechts) im Jahr 1947. Foto: Günther Sander

Als dann erstmals auf Schmithofer Boden ein Schützenfest stattfand, wurden gleichzeitig die Weichen für eine traditionelle Brauchtumspflege gestellt. Und das bis funktioniere bis auf den heutigen Tag, beteuern Schmitz und Oslender.

Vorsitzender Herbert Schmitz (oben links) und Geschäftsführer Bernd Oslender (oben rechts) blicken auf eine 125-jährige Schützengeschichte in Schmithof zurück. Das wollen sie Anfang Juli gebührend feiern. Die Archivaufnahmen zeigen die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft 1960 (unten links) sowie das erste Könisgpaar nach dem Krieg Karl und Maria Dujardin (unten rechts) im Jahr. Foto: Günther Sander

Es versteht sich von selbst, dass in so langer Zeit auch Höhen und Tiefen nicht spurlos an dem Verein vorüber gegangen seien: Kriege, Tote, Verluste, Verbote. Doch an der Neugründung 1947 waren bereits wieder 30 Mitglieder unter Leitung des neuen Vorsitzenden Ludwig Müller beteiligt. Die Zeit drängte damals, denn nur vier Tage nach der Neugründung fand bereits die erste Kirmes im Dorf statt. Das hatte zur Folge, dass der dazu gehörende Schützenkönig kurzerhand gewählt wurde. Die Wahl fiel auf Karl Dujardin.

Zufriedenstellende Entwicklung

Vorsitzender Schmitz und Geschäftsführer Oslender wissen natürlich, dass sich das Schützenleben verändert hat. Viele Bruderschaften klagen über Nachwuchsprobleme. In Schmithof sei die Entwicklung allerdings zufriedenstellend. Derzeit haben die St.-Sebastianus-Schützen etwa 144 Mitglieder, die Hälfte davon sind Aktive und 14 Jugendliche. „Wir möchten gerne die Jugend an den Schießsport heranführen“, formulieren Schmitz und Oslender ihre Herzensangelegenheit. Gerade der Schießsport wird seit den 1970er Jahren auf der Anlage am Fassenhof gepflegt und großgeschrieben. Die Halle wurde 1977 umgebaut, sie biete ideale Bedingungen und Voraussetzungen.

Auch der Stellenwert im Ort sei erstaunlich groß, meint Bernd Oslender: „Wir sind ein Familienverein.“ Die gesellige Seite komme das ganze Jahr über nicht zu kurz. Daher seien die drei Festtage im Juli ein willkommener Anlass, ein „echtes Dorffest“ aufzuziehen und mit allen gemeinsam vom 7. bis 9. Juli gebührend zu feiern ( Infobox). Da die Rochusschützen aus dem benachbarten Oberforstbach (sie feiern im August 175-jähriges Bestehen) auf die Ausrichtung des begehrten Bezirksschützenfestes verzichtet haben, nutzen nun die Schmithofer die Gunst der Stunde und verbinden ihr Jubiläum mit dem Bezirksschützenfest. Für Schmitz und Oslender ist diese Kombination ein „echter Glücksfall“.

Natürlich wird die neue Schützenkönig Britta Felker an den Festtagen im Mittelpunkt stehen. 14 Schützenbruderschaft, die allesamt dem Grenzlandschützenbund Aachen-Süd angeschlossen sind, werden sich in Schmithof ein Stelldichein geben. Jede Menge Musikkapellen werden ebenfalls dabei sein, prophezeit Bernd Oslender. „Wir wollen versuchen, Armin Laschet als Ehrengast nach Schmithof zu bekommen“, kündigt er lachend an und weiß, dass dies vielleicht nur ein Wunsch bleiben werde. Aber die Hoffnung gibt er nicht ganz auf.

Jede Menge Arbeit

Ein Bezirksschützenfest bedeutet auch jede Menge Arbeit. „Nun, das ist ja auch nicht jedes Jahr der Fall“, weiß Herbert Schmitz. Man will es anpacken, die Zeichen stehen auf Erfolg. Beim Festabend gibt es interne Auszeichnungen und Ehrungen verdienter Mitglieder.