Aachen: Schülerinnen dokumentieren Palliativmedizin in einem Film

Aachen: Schülerinnen dokumentieren Palliativmedizin in einem Film

Wenn junge Menschen einen eigenen Film drehen wollen, dann bevorzugen sie in der Regel Genres wie Krimi, Thriller oder Komödie. Eine Berufsschulklasse des Paul-Julius-Reuter-Berufskollegs der Städteregion an der Beeckstraße hat sich jedoch der Herausforderung gestellt, ein wahrlich schwieriges Thema in den Mittelpunkt ihres Projektes zu stellen.

24 Schülerinnen der Fachklasse der Medizinischen Fachangestellten dokumentieren in ihrem Film, „Dem Tage mehr Leben geben“ Aspekte der Palliativmedizin in der Euregio Maas-Rhein. Nun zeigten sie ihr Werk vor Mitschülern und Lehrern im Berufskolleg.

„Unser Klassenlehrer ist mit dem Projekt an uns herangetreten. Anschließend haben wir uns zusammengesetzt und Ideen gesammelt. So sind wir auf dieses Thema gestoßen“, erklärt Judith Donsdorf, eine der Auszubildenden. Dann teilten sich die Schülerinnen in mehrere Gruppen auf, um sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven anzunähern. Zunächst mussten sie sich gründlich vorbereiten, um sich mit dem Thema vertraut zu machen. „Anfangs kostete uns das schon eine gewisse Überwindung. Das war schon sehr emotional“, erinnert sich Sina Kempf.

Schließlich interviewten sie sowohl Ärzte und Ehrenamtliche als auch Angehörige und Patienten. Unter dem Motto „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“ versuchten die jungen Regisseurinnen, die umfangreiche Thematik der Palliativmedizin in der Euregio bildlich festzuhalten.

„Wir waren in Holland, in Belgien und in Deutschland. Es sprachen natürlich nicht alle Deutsch, so dass wir auch schauen mussten, wie wir die Sprachbarrieren überwinden können“, erklärt Kempf. „Manche Schülerinnen sprechen glücklicherweise auch Französisch und Niederländisch. Das hat uns sehr geholfen“, ergänzt sie. Die fremdsprachlichen Passagen sind im Film mit Untertiteln versehen.

Generell war es bei dem Projekt wichtig, stets als Team zusammenzuarbeiten. Schließlich musste alles recht schnell gehen. Zwar startete das Projekt bereits im vergangenen August, allerdings stand den Schülerinnen nur eine Schulstunde in der Woche für den Film zur Verfügung.

„Es war sehr toll, dass auch die Ausbilder mitspielten und die Schülerinnen unterstützten. Das war so nicht zu erwarten“, merkt Musik- und Klassenlehrer Boris Brosowski an. „Zudem hatten wir tolle Ansprechpartner“, fügt er hinzu. Ob Marienhospital oder Uniklinikum — von allen Seiten erhielten die Auszubildenden Unterstützung.

Das Resultat ist ein 36 Minuten langer Film, der das aktuelle Thema der Palliativmedizin aus verschiedenen Blickwinkeln aufgreift. „Ich bin stolz auf diese Klasse“, lobt Brosowski seine Schülerinnen.

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