Aachen: Schülerinnen bitten Pianistin Lise de la Salle zur Fragerunde

Aachen : Schülerinnen bitten Pianistin Lise de la Salle zur Fragerunde

„Ich habe mich nie entschieden, mich ausschließlich der Musik zu widmen“, sagte die französische Pianistin Lise de la Salle bei einem Besuch im St. Ursula- Gymnasium. Mit vier Jahren habe sie begonnen, Klavier zu spielen. Es war nach ihren Worten von Beginn an eine „große Liebe“, die sie heute praktisch durch die halbe Welt führt.

Die 28-jährige Lise de la Salle kam für ein Sinfoniekonzert im Eurogress nach Aachen und nutzte die Gelegenheit, den Schülerinnen von St. Ursula einen Besuch abzustatten.

Die bekamen so die Chance, ihr Klavierspiel zu hören und mit ihr über ihr Künstlerinnen-Dasein zu sprechen. Und damit die Schülerinnen nicht lange überlegen mussten, hatten sie ihre Fragen auf Englisch vorbereitet.

„Ich wollte auf der Bühne stehen“, erzählte die Pianistin, deren Großmutter Klavierlehrerin war. Unterrichtet wurde sie aber von ihr nicht, Lise bekam ihre eigenen Lehrer, und rutschte nahtlos in die Pianistenkarriere hinein. Mit 14 spielte sie bei einer Feier für Freunde in Frankreich und fand danach einen riesigen Artikel über sich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. So wurde ihr deutscher Manager auf sie aufmerksam.

Sie schwärmt für Mozart

„Wer ist Ihr Lieblingskomponist? Wie viele Stunden am Tag üben Sie? Komponieren Sie auch selbst? Wie lang war das längste Stück, das Sie jemals gespielt haben?“ Fragen über Fragen, die die junge Pianistin allesamt beantwortete.

Demnach schwärmt sie für Mozart, weil seine Musik „so voller Leben“ ist, sie übt, je nach der Zeit, die ihr dafür bleibt, sie überlässt das Komponieren ihren Freunden, und das längste Stück, das sie bislang gespielt hat, war 42 Minuten lang. „Das war ein bisschen ermüdend“, räumte sie lächelnd ein.

Und dann setzte sie sich auch an den Flügel, um für die Schülerinnen zu spielen: Erst Prokofievs „The Capulets and the Montagues from Romeo and Juliette“, später dann Rachmaninow. So bekamen die Schülerinnen Gelegenheit, die berühmte Pianistin „hautnah“ zu erleben.

Theater als Vermittler

Und genau diese Absicht steckt hinter dem Programm „Rhapsody in School“. Das wurde 2005 vom Pianisten Lars Vogt initiiert, um den „emotionalen Erstkontakt“ zwischen Jugendlichen und Künstlern zu ermöglichen. Inzwischen haben sich mehr als 300 Künstler bereit erklärt, während ihrer Tourneen oder Konzertreisen Schulen zu besuchen. Das Theater Aachen vermittelt die Künstler weiter.

Lise de la Salle machte der Besuch im St. Ursula sichtlich Spaß. „Wir haben alle einen Traum, und man muss versuchen, ihn zu realisieren“, sagte sie. Und dabei räumte sie durchaus ein, dass das viele Üben manchmal lästig sei, und dass sie auf den Konzertreisen sehr viel alleine sei. „Umso wichtiger ist es, die freie Zeit zu nutzen, um sie mit Freunden oder der Familie zu verbringen“, sagte sie.

Und dann hörte sie aufmerksam zu, als zwei Schülerinnen eine Kostprobe ihres Könnens gaben: Die eine am Flügel, die andere als Sopranistin. „Großartig“, lautete das Urteil der „Fachfrau“. Und wer die Pianistin beim Konzert im Eurogress sehen und hören wollte, bekam auch dazu noch Gelegenheit. Lise de la Salle wird voraussichtlich im Mai das nächste Mal in Aachen sein. Die ein oder andere Schülerin des St. Ursula wird sich das sicher nicht entgehen lassen.

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