Aachen: Schülerband-Contest: „In Fusion” überzeugt die Jury

Aachen: Schülerband-Contest: „In Fusion” überzeugt die Jury

Dass die Nachwuchsszene in der Musikbranche wächst und gedeiht, zeigte der diesjährige Schülerband-Contest im Philipp-Neri-Haus in der Ahornstraße. Acht Bands aus Aachen hatten sich gemeldet, um vor ausverkauftem Haus ihr Können vor der Jury und den jungen Zuhörern unter Beweis zu stellen.

Ausgerichtet wird der Wettstreit jetzt im vierten Jahr von der Kooperation des Medien-und Kulturzentrums im Philipp-Neri-Haus mit dem Schülercafé im Aachen Fenster. Mitmachen kann jede Band, deren Mitglieder nicht älter als 23 Jahre sind, und die sich wenigstens zur Hälfte aus Schülern zusammensetzt.

Ludger Gerdes, Sozialarbeiter im Aachen Fenster, ist begeistert: „Den Contest machen wir zu hundert Prozent in Eigenleistung mit 15 ehrenamtlichen Helfern, ohne diese Jugendlichen wäre das gar nicht möglich”. Und der Mann hat recht, schon im Vorraum drängeln sich die Fans, für die auch gesorgt werden muss. Garderobe, Getränke, und die Kasse, an der alle bereitwillig ihre drei Euro Eintrittsgeld bezahlen, um beim großen Contest live dabei zu sein.

Drinnen laufen die Vorbereitungen schon auf Hochtouren, auf der technisch voll ausgerüsteten Bühne macht sich die Band „The Keyanos” bereit. Die fünf fünfzehn bis achtzehnjährigen Jungs spielen Rock, Pop und Indie, dass die Gitarren qualmen. „Die erste Band hat es immer schwer, aber das hier ist eine Superchance mal aus dem Proberaum raus zu kommen”, weiß Jurymitglied Ralf Bädorf vom Jugendzentrum Fraiche in Vaals, das als Kooperationspartner und Preisgeber seit zwei Jahren mit im Boot sitzt.

Die nächsten fünf Jugendlichen spielen erst seit einem halben Jahr zusammen, bestechen durch ihren Namen „Uppercut” und durch ihre Musikrichtung, die sie gegenüber der gut aufgelegten Moderatorin Nele Pasch als „mysteriös” bezeichnen. Wie ihre Vorgänger geben sie einen Pop und Rock- Mix aus selbstgeschriebenen Liedern und Coversongs. Das Publikum fand„s cool und geriet langsam in Fahrt.

Die gute Stimmung konnte die Folgegruppe „Step Out” weidlich ausnutzen. Die vier seit einem Jahr zusammenspielenden Jungs geben sich selbstbewusst und ihre Musikrichtung mit - englisch ausgesprochen - „Alternative” an. In weißen Hemden rocken sie über die Bühne und im Publikum werden die ersten Feuerzeuge geschwenkt.

„Der Sänger ist da” raunt Bädorf und kritzelt ein Kreuzchen in die Rubrik „Bühnenpräsenz” auf seinen Bewertungsbogen. Den müssen alle fünf Jurymitglieder penibelst ausfüllen. Dazu gehören natürlich neben der Musik-und Textbeurteilung, die Bühnenpräsenz und der Einfallsreichtum des Auftritts. Diesmal sitzen in der Jury neben Bädorf der Rapper Nic Knatterton, ein Musiklehrer, ein Mitarbeiter des Tonstudios aus dem Philip-Neri-Haus und ein Schüler. Jede Band darf 15 Minuten spielen, ob eigene Songs oder Gecovertes bleibt den Bands selbst überlassen.

Nach und nach füllt sich der Saal im Neri-Haus, jede Menge Jugendliche und natürlich die Eltern der Hauptdarsteller wagen vorsichtige Tanzschritte im Halbdunkel. Nach etwa zweieinhalb Stunden, angefüllt mit Gesang, Gitarrenläufen, Trompeten- und Saxophon-Soli, tritt der Top-Act des Abends in Gestalt der Band „Skings” auf. Die Gruppe aus dem Münsterland gewann im letzten Jahr den „NRW School Jam” und läuft an diesem Abend außer Konkurrenz , die Jungs dürfen sich sogar eine halbe Stunde lang auf der Bühne präsentieren.

Währenddessen ermittelt die Jury die Gewinner: Die Wahl fällt auf „In Fusion”, drei Musiker und eine Sängerin, die seit zwei Jahren gemeinsam Indie-Rock spielen. Ihnen winkt die Aufnahme einer Demo-CD. Die Gruppe „Human Paint” sahnt mit ihren trompetenbegleiteten Songs gleich zwei Preise ab, den Publikumspreis für eine Fahrt zur Musikmesse nach Frankfurt und den Sonderpreis, einen Auftritt beim Stadtfest in Vaals. Eine Wildcart für das Jukutu-Festival in Eupen gewinnen die „ehrlichen Rocker” , wie sich die vier siebzehn und achtzehnjährigen Jungs von „Bekahoona” nennen.

Auf den gelungenen Abend sind zu guter Letzt alle Beteiligten sehr stolz: „Das hier ist immer eine total friedliche Veranstaltung, keiner macht Randale”, sagt Gerdes und freut sich schon auf den Contest 2011.