Aachen: Schüler-Literaturpreis: Kristof Magnusson liest vor

Aachen: Schüler-Literaturpreis: Kristof Magnusson liest vor

Ziemlich beeindruckt ist Kristof Magnusson, dass sich derzeit haufenweise Schüler so intensiv mit seinem Buch beschäftigen. „Das war ich nicht” lautet der Titel seines Romans, mit dem der Autor es in die Endrunde des Schüler-Euregio-Literaturpreises geschafft hat.

„Das ist wirklich eine sehr ungewöhnliche Idee, und es ist toll, dass die Schüler dabei nicht einfach nur reproduzieren, sondern selbst aktiv werden.”

Genau das ist das Ziel des Preises, der von Regio Aachen und vom Literaturbüro Euregio Maas-Rhein ausgerichtet wird. Rund 400 Schülerinnen und Schüler von 30 Schulen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden lesen, diskutieren und bewerten die Romane von sechs ausgewählten Autoren.

In diesem Jahr sind das neben dem deutschsprachigen Magnusson Eric-Emmanuel Schmitt mit „Adolf H. Zwei Leben” und Atik Rahimi mit „Stein der Geduld” (französisch), Hermann Koch mit „Angerichtet” und Dimitri Verhulst mit „Die Beschissenheit der Dinge” (niederländisch) sowie Michael Köhlmeier mit „Idylle mit ertrinkendem Hund” (deutsch). Alle Werke liegen in den drei Sprachen vor.

Im Vorfeld der Prämierung kommen die Schüler bei verschiedenen Veranstaltungen in den drei Ländern zusammen, tauschen sich aus, entwickeln Kriterien und bilden sich eine Meinung. So etwa im Untergeschoss des Ludwig-Forums. Dort liest Kristof Magnusson gerade aus seinem nominierten Roman.

Er schlüpft in die Perspektive seiner Figur Meike Urbanski, einer von drei Protagonisten, deren Lebenswege sich nach und nach kreuzen. Anschließend darf gefragt werden. Und das tun die jungen Kritiker ausgiebig - nach der Figurenkonstellation, dem Titel, der Ideenfindung des Autors und seiner Recherche im Bankenmilieu, in dem der Roman teilweise spielt.

Atik Rahimi, dessen Buch „Stein der Geduld” von einer afghanischen Frau zur Zeit des Bürgerkriegs erzählt, die ihrem im Koma liegenden Mann intime Geheimnisse anvertraut, entschuldigt sich dagegen per Videobotschaft. Er konnte nicht zur Lesung kommen und spricht deshalb Antworten auf mögliche Schülerfragen in die Kamera.

Der Kontakt zu den Autoren soll den Nachwuchskritikern des Euregio-Schüler-Literaturpreises dabei helfen, ihr Urteil für die spätere Jury-Entscheidung zu bilden, erklärt Organisatorin Sylvie Schenk. Dazu dienen auch die weiteren Podiumsdiskussionen mit Literaturkritikern großer Zeitungen.