Aachen: Schon bei der Generalprobe tolle Bilder und satter Klang im Saal

Aachen : Schon bei der Generalprobe tolle Bilder und satter Klang im Saal

„Die Kuh einen Meter nach links, bitte.“ Zuweilen wirken Regie-Anweisungen etwas skurril. Stundenlang haben Techniker und Mitwirkende — natürlich noch ohne Prominenz — am Freitag im Eurogress bei der Generalprobe zur Ordensverleihung „Wider den tierischen Ernst“ des Aachener Karnevalsvereins (AKV) am Ablauf der rund vierstündigen Show gefeilt.

Auffällig dabei: Der Klang im Saal — vor allem im Vorjahr Grund für heftige Kritik — wirkt schon bei der Probe brillant: satt, stark, voluminös und klar. Der WDR hat spürbar aufgerüstet — wovon am heutigen Samstagabend sowohl die gut 1200 Gäste im Saal als auch mehr als vier Millionen Fernsehzuschauer in der ARD am kommenden Montag (20.15 Uhr) profitieren.

Was umso mehr für das brandneue AKV-Bühnenbild gilt, das am Freitag erstmals in voller Beleuchtung bewundert werden konnte. Die moderne Formensprache gepaart mit computergesteuerten Lichtatmosphären — jeweils präzise abgestimmt auf die jeweilige Nummer — wirkt extrem imposant. So fühlte sich bei der Probe am Freitag nicht nur Hastenrath's Will (mit Kuh-Attrappe im Saal) sichtlich wohl in der neuen Kulisse.

Vor allem Aachener Kräfte — und mittendrin der bestens gelaunte Tagesschau-Sprecher Jens Riewa — nutzten die professionelle Übungsstunde. Sängerin Sarah Schiffer glänzte im blauen Paillettenkleid mit zauberhaft glasklarer Stimme, das Prinzenkorps mit dem neuen Karnevalshit „Sei einfach jeck!“ punktet mit einem tollen Auftritt — leider nur im Vorprogramm. Jedes Mal, wenn die hervorragenden Musiker des AKV-Sound-Express‘ live auf das Playback spielen, springt der musikalische Funke über. Prinz Mike I, Märchenprinz Julius I., die Prinzengarden, die Community Kids, das Moderatoren-Dreigestirn — AKV-Präsident Werner Pfeil und Elferrat David Lulley neben Riewa — und viele weitere lokale Kräfte schnupperten Bühnenluft.

Und machten ihre Sache prima. Das gilt auch für die Technik-Crews. Die Ordensverleihung verbunden mit der TV-Aufzeichnung ist eine gigantische Materialschlacht: Alleine 16 Lkw-Ladungen Material schafft der WDR ins Eurogress. Dazu gehören Lichttechnik, Beschallungs- und Übertragungstechnik, Dekoration, Arbeitsbühnen, ein Kamerakran und vieles mehr. Die Firma Joy, die für die Ausrüstung des Foyers und des VIP-Bereichs zuständig ist, kommt noch einmal auf zehn Lkw-Ladungen. Mehr als 40 Kilometer Kabel werden verlegt, nämlich 33 Kilometer für Beleuchtung und Übertragungstechnik des WDR sowie 7,6 für die Party im Foyer und die VIP-Party vor dem Brüsselsaal — ähnlich wie im Vorjahr.

Zehn Kameras sowie 340 Lampen und Scheinwerfer hat der WDR im Einsatz, um Auftretende, Ritter und Ehrengäste ins rechte Licht zu rücken. Der rote Teppich, über den Winfried Kretschmann (der erst heute Nachmittag vom Grünen-Parteitag aus Hannover nach Aachen reist), Gregor Gysi, Ministerpräsident Armin Laschet, Cem Özdemir, Julia Klöckner, Christian Lindner, Theo Waigel etc. ins Eurogress schreiten, gehört zu insgesamt 600 Quadratmetern Teppich, die im Eurogress verlegt werden. Da will die Crew ganz genau wissen, wo eine Kuh noch Platz hat.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Vor der Verleihung: Fleißiges Proben im Eurogress

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