Aachen: „Schöne Aussichten“: Ein Rückhalt für selbstständige Frauen

Aachen : „Schöne Aussichten“: Ein Rückhalt für selbstständige Frauen

„Frauen tun sich schwer, in die Selbstständigkeit zu gehen“, sagt Theresa Tarassova, Bundesvorsitzende des Unternehmerinnenverbands „Schöne Aussichten“. Der hat erst jüngst in Hamburg sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Tarassova will nun auch in Aachen dafür sorgen, dass Bewegung in das Netzwerk kommt.

„Ein besonderes Anliegen ist uns die Bündelung von Frauenpower überall dort, wo es einen hohen Anteil an weiblichem Gründungspotenzial gibt“, sagt sie und zeigt sich überzeugt, dass das Konzept „Frauen helfen Frauen“ ein wirksames Mittel ist, um selbstständigen Frauen einen Rückhalt zu geben.

Bei den Netzwerkabenden tauschen Frauen ihre Erfahrungen aus. Auch in Aachen. Hier haben sich bislang 15 Frauen dem Verband angeschlossen, und Theresa Tarassova will dafür sorgen, dass es in Zukunft mehr werden. Bei Fachvorträgen zum Steuerrecht oder Marketing beispielsweise bekommen sie Unterstützung in der eigenen Selbstständigkeit.

Der Austausch mit Gleichgesinnten soll sie zudem ermutigen, angemessene Honorare für ihre Leistungen zu verlangen. „Denn dabei sind Frauen noch immer sehr zurückhaltend“, sagt Tarassova. Sie selbst weiß sehr gut, wovon sie spricht. Sie hat sich erst jüngst neu aufgestellt: Sie hat am AC²-Gründerwettbewerb teilgenommen und arbeitet derzeit noch an neuen Konzepten. Das Ergebnis soll in jedem Fall aber wieder ein Kulturkabinett sein, „um die Glut für die Literatur zu entfachen und deutschen Unternehmern den Einstieg in Russland zu erleichtern“.

„Das Angebot, den Bundesvorsitz für den Unternehmerinnenverband „Schöne Aussichten“ zu übernehmen, kam 2013 völlig überraschend“, erinnert sie sich. Sie nahm an und will nun auch in Aachen dafür sorgen, dass „Schöne Aussichten“ den „Mit-Frauen“ ein reichhaltiges Angebot liefert. Besonders spannend dabei findet sie die Zirkel-Arbeit. Eine Gruppe von Frauen trifft sich einmal im Monat.

Jedes Mal ist eine andere die Gastgeberin. In ihrem Büro oder in ihrem Unternehmen stellt sie sich und ihre Arbeit vor. Nach einem Jahr werden die Ergebnisse ausgewertet, und dann wird neu gemischt. Der Austausch und das Knüpfen neuer Kontakte ist nach Meinung von Theresa Tarassova essenziell. „Die Männer haben ihre Seilschaften im Karneval oder im Schützenverein“, sagt sie. Auch Frauen müssten sich Orte suchen, um zu „netzwerken“.

Die Mitglieder von „Schöne Aussichten“ zahlen 120 Euro Jahresbeitrag. „Das Geld wird aber zum größten Teil wieder in Angebote investiert, die den Frauen zugute kommen: bei Fachvorträgen beispielsweise oder bei anderen Veranstaltungen“, meint Tarassova. Behandelt werden Themen wie Altersvorsorge, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, oder Arbeitszeitmodelle. Gerne würde Tarassova auch mit anderen Netzwerken kooperieren, um die Frauenmesse „fam“ neu aufzulegen.

Der Verband „Schöne Aussichten“ hatte seine Keimzelle im Rheinland. Daraus haben sich im Laufe der Jahre eine ganze Reihe von Regionalverbänden entwickelt. Zu den Mitgliedern zählen Gründerinnen, Freiberuflerinnen, Unternehmerinnen und Firmen-Inhaberinnen. Nach außen hin macht sich der Verband stark für die öffentliche Präsenz der Frauen und will sie auch in der Politik sehen. Die Lobby-Arbeit für die Frau sei, so Tarassova ein wesentliches Thema bei „Schöne Aussichten“.

www.schoene-aussichten.de

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