Aachen: Schnuppertour durch die Öcher Geschichte

Aachen : Schnuppertour durch die Öcher Geschichte

Wie schwer ist ein Kettenhemd, welche Kleider trugen die Menschen zu Zeiten Karls des Großen und welche Waren verkauften sie an ihren Marktständen? Antwort auf all diese Fragen bietet das Centre Charlemagne allen wissenshungrigen Besuchern.

Am kommenden Wochenende (24. und 25. Januar) bietet sich hier die Gelegenheit, kostenfrei in Aachens Geschichte zu stöbern. Als „Tiefenbohrung in die Aachener Historie“ bezeichnet Olaf Müller das, was dort geboten wird. Und Kulturdezernentin Susanne Schwier schwärmt: „Centre Charlemagne — schon der Name klingt wie Musik.“ Sie ist überzeugt, dass das neue Stadtmuseum zu einem Publikumsmagneten werden wird.

Im Geschichtslabor bietet sich die Möglichkeit, das Leben der Menschen im frühen Mittelalter kennenzulernen. Neben den Ausstellungsstücken, bei denen das Anfassen ausdrücklich erlaubt ist, gibt es auch Info-Points, die die historischen Zusammenhänge beleuchten.

Ein weiteres Highlight ist der Krönungszug: In der 600-jährigen Geschichte Aachens als Krönungsort wurden 31 Könige gekrönt. Auf insgesamt 14 Metern Länge zeigt das Centre Charlemagne einen Krönungszug im 16. Jahrhundert: Vom umjubelten Einzug in die Stadt über die feierliche Krönung bis hin zum üppigen Krönungsmahl im Rathaus und dem verschwenderischen Fest für das Volk.

Die Illustratoren Fabienne Loodts, Moulay Guissé und Areti Contras sind derzeit noch immer dabei, das Ambiente mit Kreidestiften auf speziell bereitetem Untergrund festzuhalten. Der Besucher muss sich schon entsprechend Zeit nehmen, um die vielen Details zu würdigen: Darunter der Tanzbär oder der gestopfte Ochse. Letzterer wartet allerdings noch auf seine Vollendung.

Dann wird man sehen, dass im Ochsen ein Schaf, im Schaf eine Gans, und in der Gans ein Ei steckt. Und schließlich bekommen die Besucher am Wochenende auch Gelegenheit, einen Blick auf die Ausstellung „Mein Museum“ zu werfen. Die Aachener sind noch immer eingeladen, ihre ganz persönlichen, geschichtsträchtigen Schätze im Centre Charlemagne abzugeben. Aus den bereits eingereichten Aquensien ist eine ganz eigene, kleine Ausstellung entstanden. Da gibt es jede Menge Bilder, Fotos von Ahnen und Keramik.

Und sogar eine Riesenrolle mit den Stationen von Aachen nach Vaals hat ihren Weg ins Stadtmuseum gefunden. Sie wurde früher in der Straßenbahn genutzt, um mit der Kurbel per Hand die verschiedenen Haltestellen anzukündigen. Kuratorin Myriam Kroll freut sich über das rege Interesse an der Ausstellung: „Auf den Öcher ist Verlass“, sagt sie mit Blick auf die vielen Exponate. Diese Wechselausstellung soll noch bis zum 20. März präsentiert werden.

Kulturdezernentin Susanne Schwier bezeichnet das Centre Charlemagne als chices, neues Museum, das attraktiv für Gäste aller Couleur sei. Und da es bislang noch nicht wirklich eingeweiht worden sei, soll das jetzt beim großen Museumsfest am Wochenende geschehen.

Dabei werden Manfred Birmans und Bernd Büttgens in lockeren Talkrunden die interessantesten Stücke vorstellen. Musik gibt es natürlich auch: Jazz mit Peter Sonntag, Miss Pepper Blue und dem Franz-Brandt-Trio, instrumentalen Latin-Pop mit dem Schlagsaiten-Quantett, und das Trio Soli Sono trägt Flötenmusik vom Barock bis heute vor.

Da gleich nebenan, im Rathaus, auch noch das Karlsfest steigt, kann man am Wochenende gleich zwei Karls-Feste auf einmal feiern.

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