Aachen: Schlüsseldienst vom Schlimmsten: Abgezockt, angegriffen, abgehauen

Aachen : Schlüsseldienst vom Schlimmsten: Abgezockt, angegriffen, abgehauen

Das Kapitel „Betrug beim Schlüsseldienst“ ist seit Sonntag um einen weiteren Eintrag reicher: Was sich ein Vertreter dieser Branche am Abend in Aachen leistete, dürfte auch bei erfahrenen Ermittlern für hochgezogene Augenbrauen gesorgt haben. Eine schier maßlosen Kostensteigerung, körperliche Gewalt und als Sahnehäubchen alles andere als handwerklich annehmbare Arbeit.

Doch der Reihe nach. Dem Mieter einer Wohnung in der Rochusstraße war der Türschlüssel im Schloss abgebrochen. In seiner Not wählte er die „0800“-Nummer eines Schlüsseldienstes. Der versprach schriftlich, ein Entgelt von 20 Euro für das Öffnen der Tür zu nehmen.

Doch als der Widerstand des Schlosses gebrochen war, wurde aus dem niedrigen zweistelligen ein hoher dreistelliger Betrag: Wie der Mieter später der Polizei berichtete, verlangte der Türöffner plötzlich 900 Euro. Als der Mann sich weigert, habe ihm der Schlüsseldienstleister einen Fausthieb gegen die Brust versetzt. Der Mieter flüchtete in die Küche, er habe dem Anderen schließlich aus Angst 100 Euro als Anzahlung gegeben. Der verschwand daraufhin.

Damit war allerdings noch lange nicht alles zu Ende: Wie sich herausstellte, war das Schloss nicht repariert und der abgebrochene Schlüssel steckte noch darin.

Auf der Rechnung, die zurückblieb, standen nun mehrere Positionen als „gewisse Zuschläge“ ausgewiesen. In der Summe kam so tatsächlich ein Betrag von knapp 900 Euro zusammen. Diese Beträge seien aber nachträglich eingetragen worden, so der Kunde - nach seiner Unterschrift. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen räuberischer Erpressung und Betruges eingeleitet.

(red/pol)
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