Aachen: Schängches Ausflug in die Eifel

Aachen : Schängches Ausflug in die Eifel

Vor dem Hintergrund der Dombausage spielt sich das neue Kinderstück in der Stadtpuppenbühne Öcher Schängche ab. „Der Geist im Dom“ ist der dritte Teil einer Trilogie, die mit „Der Teufel in Aachen“ und „Der Glockenguss“ begonnen wurde. Und dabei erlebt das Publikum sogar einen Ausflug in die Glockengießerei in der Eifel.

„Der Geist im Dom“ oder „Tanchos Befreiung“ ist ein Puppenspiel in fünf Aufzügen, geschrieben von Karin Fiseni für das Öcher Schängche und bearbeitet von Spielleiter Otto Trebels. Die Musik kommt von Generalmusikdirektor Paul Drießen.

Es ist das Jahr 2000. Der Aachener Dom feiert gerade sein 1200-jähriges Bestehen. Doch sein Hausherr, der Dompropst, ist alles andere als gut gelaunt: Er hat nämlich Sorgen, weil in den Kellergewölben des Gotteshauses der Mönch Tancho und einige Geister ihr Unwesen treiben. Der Dompropst befürchtet, dass diese die Feierlichkeiten stören könnten. Kurzerhand bittet er das gewiefte Schängche, ihm zu helfen. Schängche steigt mit seinem mutigen Freund Nieres in das Gewölbe und trifft dort den Mönch und viele Geister.

Zinn statt Silber

Vorausgegangen war im zweiten Teil die Episode um Kaiser Karl, der sich über das Glöckchen in seinem Münster ärgerte, das nur leise bimmelte. Doch Karl wollte, dass die Glocke in seiner geliebten Kaiserpfalz die Bürger aus vollem Hals zur Kirche ruft. Bis in das Kloster St. Gallen hallte der Ruf aus Aachen, und der habgierige Glockengießer Pater Tancho hörte ihn. Doch anstelle des teuren Silbers, das ihm Kaiser Karl schickte, verwendete Tancho billiges Zinn.

Schängche und Nieres versprechen Tancho nun, ihm zu helfen und machen sich auf den Weg nach Brockscheid in der Eifel. Hier finden sie nicht nur die Glockengießerei, sondern erfahren auch noch viele interessante Dinge zum Glockenguss.

Nach erfolgreicher Rückkehr singen sie dann mit dem Dompropst und dem Publikum die Aachener Hymne „Urbs Aquensis“ — natürlich auf Öcher Platt. In der vom Heimatdichter Hein Engelhardt getexteten Version heißt es „Oche — Stadt met heäße Quelle, jedder Huck kann os verzälle van ding Jrüeßde, dinge Pronk. Stolz sönd vür ob Urbs aquensis, nette Lü, woe du mär hensis, Blöih än waahß — ming Heämetstadt.“

40 Prozent Platt-Anteil

Das stimmungsvolle Bühnenbild hat Matthias Stevens hinterlassen. Liebevoll gestaltete er die Kulissen vor dem Dom, im Kellergewölbe unter dem Dom, im Wald sowie in der Glockengießerei in Brockscheid. Im Ensemble agieren Hanna Birmans, Gabriele Herschbach, Elfriede Schultz, Albert Baurmann, Dirk Chauvistré, Paul Drießen und Peter Reuters unter der künstlerischen Leitung von Otto Trebels.

„Das Kinderstück hat einen Öcher-Platt-Anteil von rund 40 Prozent, so dass es für alle Mädchen und Jungen problemlos zu verstehen ist“, betont Spielleiter Otto Trebels.

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