Aachen: Sandkaulstraße: Am Dienstag wird der Bunker abgetragen

Aachen: Sandkaulstraße: Am Dienstag wird der Bunker abgetragen

Am kommenden Dienstag wird‘s für Schaulustige an der Sandkaulstraße spektakulär. Da ist sich Herbert Pontzen sicher. „Ich werde wohl selbst dann mal vorbeischauen“, sagt der Geschäftsführer der Aachener HPG Projektgesellschaft.

Und er erzählt von dem speziellen Riesen-Bagger, der Montagnacht aus Rheinberg als Schwertransport nach Aachen rollt, um dann ab Dienstagmorgen mit großem Tamtam den Abriss des alten Bunkers an der Sandkaulstaße einzuläuten.

Das allerdings mit über drei Wochen Verspätung. Denn eigentlich hätte der Bagger dem Hochbunker, an dessen Stelle bis 2015 ein 15 Millionen teures Hotel mit 150 Doppelzimmern plus Tiefgarage entstehen soll, schon viel früher an den Kragen gehen sollen (wir berichteten). Doch zwischen Stadt, Abrissunternehmen und Investor gab‘s ein paar Abstimmungsprobleme, vor allem beim Thema Sprengung.

Von einer solchen sprachen Vertreter der Baufirma bei einer Bürgerinformation Mitte Juli — und zwar zur Überraschung der Stadt. „Bei uns wurde nur ein Antrag auf eine konventionelle Abtragung gestellt“, erklärt Rita Klösges vom städtischen Presseamt. „Und plötzlich kam die Information: ‚Wir sprengen‘. Das war so nicht beantragt und ist im Innenstadtbereich auch nur unter erschwerten Auflagen möglich.“

Das war der Abrissfirma so wohl nicht klar, wie Herbert Pontzen gegenüber den „Nachrichten“ durchblicken lässt. Zumal es auch keine Sprengung im landläufigen Sinn mit großem Bums und jeder Menge Staub und Schutt werden sollte. „Es ging eher um Implosionen, um die obere Deckenplatte zu aufzulockern.“ Dann sollte der Bunker von dem Zangenbagger, der laut Pontzen eine „Beißkraft von 90 Tonnen hat“, nach und nach abgetragen werden.

„Wäre vermeidbar gewesen“

Ob nun eine richtige oder nur eine sanfte Sprengung mit Auflockerungseffekt: Beides ist ohne Genehmigung durch die Bezirksregierung Köln nicht erlaubt. Und die liegt nicht vor. „Das habe ich erst im Nachhinein erfahren“, sagt Herbert Pontzen. „Wenn richtig geplant worden wäre, wäre die ganze Verzögerung vermeidbar gewesen. Aber daran lässt sich jetzt nichts mehr ändern.“

Also wird nun ganz klassisch gearbeitet, ohne Sprengung, ohne Implosionen, dafür Stück für Stück mit dem Riesen-Bagger. Das wird, wie Pontzen bestätigt, wohl länger dauern. Nimmt man die Verzögerung mit hinzu, ist nun fraglich, ob der Bunkerabriss bis zum Beginn des neuen Schuljahres erledigt ist. So war es ursprünglich geplant, um Rücksicht auf die benachbarte David-Hansemann-Realschule zu nehmen. Pontzen: „Das könnte knapp werden. Aber letztendlich kann man sowieso nicht auf den Tag genau kalkulieren. Mal geht‘s schneller, mal nicht so schnell.“

Auf die schnellere Variante hofft auch die Stadt. Denn wenn das Schuljahr wieder begonnen hat und Eltern ihre Kinder wieder täglich zur Sandkaulstraße bringen, muss laut Rita Klösges in Sachen Absperrung gegebenenfalls umgedacht werden. Nun geht‘s aber erstmal los mit Abriss. Am Dienstag wird sicher mancher Passant zusehen, wenn der riesige Greifer ins alte Gemäuer fährt.