S-Immo hält Position als Marktführer in der Immobilienvermittlung

S-Immo zieht Jahresbilanz : Vermittlung an Privatkunden bleibt Kerngeschäft

Ihre Position als Marktführerin in der Immobilienvermittlung hat die Sparkassen-Tochter S-Immo eigenen Angaben zufolge auch im vergangenen Jahr halten können. Bei einem Gesamtmarktvolumen von 1,5 Milliarden Euro in der Städteregion habe das Unternehmen einen Anteil von etwas über 100 Millionen Euro erzielt, sagt Geschäftsführer Tobias Hermanns.

Dabei kann die S-Immo vor allem auf das Privatkundengeschäft bauen: Rund 70 Millionen entfielen auf die Vermittlung von Eigentumswohnungen, Ein- und Zweifamilienhäuser, berichtet Hermanns. „Im Jahr davor waren es rund 55 Millionen Euro. Der durchschnittliche Kaufpreis ist hier von 194.000 auf 230.000 Euro gestiegen.“ Leicht rückgängig ist laut Hermanns dagegen die Nachfrage nach Anlageobjekten, also Mehrfamilien- oder Geschäftshäusern. Auch die Preise stagnieren in diesem Segment. „Das zeigt: Der Zenit ist erreicht, auch wenn es immer wieder einzelne Objekte gibt, die hohe Preise erzielen.“

Womöglich wäre das Privatkundengeschäft noch stärker gestiegen, wäre es im vergangenen Jahr etwas zügiger bei der Baulandentwicklung vorangegangen. Zwar sei man von Baesweiler bis Monschau zusammen mit den Kommunen dabei, Baugebiete zu entwickeln. Aber es habe Verzögerungen gegeben. „Bebauungsplanverfahren sind sehr komplex“, sagt Geschäftsführer Dietmar Röhrig. Man müsse viele Gutachten erstellen lassen, etwa zur Entwässerung und zum Artenschutz. Und manches baut aufeinander auf. Ändert sich durch ein Gutachten etwas, muss ein anderes Gutachten womöglich neu erstellt werden. „Wir nehmen auch gerne Wünsche von Bürgern auf, etwa zusätzlich Fußwege. Auch das zögert die Verfahren hinaus.“

Eigentlich habe man im vergangenen Jahr 250 Baugrundstücke vermarkten wollen, aber das Ziel sei deutlich verfehlt worden, stellt Röhrig fest. Aufgebessert hat die Bilanz in diesem Segment der Beginn der Erschließung des Baugebiet am Alsdorfer Weiher. Im November wurde mit der Erschließung der 61 Baugrundstücke begonnen, im Juli soll sie beendet sein. „Und alle Grundstücke sind bereits verkauft, beziehungsweise reserviert“, betont Röhrig. Weitere Neubaugebiete sollen in diesem Jahr in Herzogenrath-Merkstein (193 Baugrundstücke), Herzogenrath-Kohlscheid (83) Stolberg-Donnerberg (55), Stolberg-Breinig (49), Monschau (57), Monschau-Imgenbroich (40) und Simmerath-Lammersdorf (56) in Kooperation mit den Kommunen entwickelt werden. „Obwohl wir noch gar nicht mit diesen Grundstücken in die Vermarktung gegangen sind, gibt es schon viele Interessenten“, freut sich Röhrig. In fast allen Neubaugebieten seien auch Mehrfamilienhäuser sowohl für den öffentlich geförderten als auch für den frei finanzierten Mietwohnungsbau vorgesehen. „Und auch dafür haben wir eine deutliche Nachfrage.“

Geschäftsführung zeigt sich optimistisch

Die Ergebnisse der ersten Wochen des Jahres 2019 lassen die Immo-Geschäftsführer optimistisch in die Zukunft blicken. „Das Jahr hat vielversprechend begonnen, mit Rekordzahlen sowohl im Januar als auch im Februar“, sagt Hermanns. Das nach wie vor niedrige Zinsniveau trage dazu bei, dass die Nachfrage nach Immobilien anhalte. Geschäftsführer Dr. Christian Burmester spricht von „traumhaften Preisen“ angesichts von Zinsen von unter 1,5 Prozent bei zehnjähriger Kreditlaufzeit. Und auch in diesem Jahr deute nichts darauf hin, dass die Zinsen steigen werden, sagt er. Angesichts der weltweiten politischen Krisen und der leichten Wirtschaftsdelle werde die Europäische Zentralbank das Zinsniveau nicht verändern. „Das befeuert den Immobilienmarkt.“

Das Preisniveau in der Städteregion sei jedoch nicht „ungesund aufgebläht“, meint Geschäftsführer Röhrig. Der frühere Kreis habe gegenüber der Stadt Aachen preislich aufgeholt, aufgrund der guten Infrastruktur und des guten Kulturangebotes zögen junge Familien gerne hierher. Steigerungen im Neubaubereich seien aber auch auf gestiegene Erschließungs- und Baukosten zurückzuführen. „Die Baubranche boomt, und das schlägt sich nieder.“ Und insgesamt, so sein Kollege Hermanns, müsse man sagen, dass „Aachen lange Zeit unterpreisig unterwegs war im Vergleich zu Köln oder Münster, da ziehe die Region nun nach, aber nicht so stark“.

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