RWTH Aachen: Studenten fordern mehr Klimaschutz

Vollversammlung an der RWTH : Studenten fordern mehr Klimaschutz

Eine autofreie Stadt, kostenloser ÖPNV und mehr vegane Gerichte in der Mensa: 750 Studierende der RWTH haben sich jetzt im Rahmen einer Vollversammlung für Nachhaltigkeit ausgesprochen. Bindend sind ihre Beschlüsse allerdings nicht.

Das gab es schon lange nicht mehr: An der RWTH Aachen haben sich Studenten im Rahmen einer Hochschulvollversammlung deutlich für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz ausgesprochen. 750 Studenten nahmen an der dreieinhalb Stunden langen Versammlung im Audimax teil. Das Ergebnis sind acht Beschlüsse, in denen die Studenten zum Teil weitreichende Forderungen an das Studierendenwerk, die RWTH selbst und die Stadt Aachen stellen.

Zum Thema Mobilität haben die jungen Männer und Frauen zum Beispiel konkrete Vorstellungen: So soll der Campus besser an die Hauptverkehrsachsen des ÖPNV angebunden und sollen Exkursionen emissionsarm geplant und durchgeführt werden. Zeitgleich plädieren die Studenten für eine autofreie Innenstadt und einen kostenlosen ÖPNV für alle.

Dem Klima zuliebe soll auch das Angebot in den Mensen des Studierendenwerks angepasst werden. „Die Studierendenschaft fordert den Fokus auf die Zubereitung veganer und vegetarischer Gerichte und Gerichte aus lokalen und saisonalen Quellen“, heißt es in einem Beschluss. Auf der Wunschliste stehen zudem ein Pfandsystem für Behältnisse von Essen und Getränken sowie eine deutliche Kennzeichnung von Klima- und Umweltbilanz verarbeiteter Produkte. Darüber hinaus soll die RWTH nach den Wünschen der Studenten bis zum Jahr 2025 klimaneutral sein.

Für die Initiatoren der Vollversammlung – eine Gruppe Studenten, die sich für die Bewegung „Fridays for Future“ engagieren – ist die Zusammenkunft ein „Zeichen der wachsenden Partizipation und Politisierung der jungen Generation“, teilt Samuel Krämer, Mitglied der Umweltbewegung und stellvertretendes Mitglied im Studierendenparlaments, mit.

Bindend sind die Beschlüsse der Hochschulvollversammlung nicht, wie Carsten Schiffer, Präsident des Studierendenparlaments, auf Anfrage bestätigt. Es handele sich lediglich um „Empfehlungen an die weiteren Organe“. Das Votum der Studenten zeige jedoch, dass die Themen Klima und Umweltschutz die Studentenschaft bewege. Lediglich einen Beschluss haben die Studenten mehrheitlich abgelehnt: und zwar die ausdrückliche Solidarisierung mit der Bewegung „Fridays for Future“.

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