Aachen: RWTH Aachen: Neue Bauten sollen die klugen Köpfe anlocken

Aachen: RWTH Aachen: Neue Bauten sollen die klugen Köpfe anlocken

Wenn die RWTH Aachen ein Bauernhof waäre, hätte sie ganz schön viel zu beackern. Rund 40 Hektar Nutzfläche bespielt die Hochschule in Aachen. Alleine 45000 Quadratmeter sind in den letzten Jahren hinzugekommen. Vor allem im Westen der Stadt, rund um den Campus Melaten wird für die Exzelennz-UNi allerhand hochgezogen.

Muss sein, meint RWTH-Kanzler Manfred Nettekoven. Die Aachener Uni sei immerhin ein „Dickschiff unter den Unis“ im Land. Mit rund 43.000 Studierenden in diesem Wintersemster werde wieder ein Spitzenwert erreicht. Belehrt werden sie von 512 Professoren, hinzu kommen 4745 wissenschaftliche Mitarbeiter, 2636 nicht wissenschaftliche Mitarbeiter und über 700 Azubis oder Praktikanten.

Weil in Fachkreisen mit weiter steigenden Studentenzahlen gerechnet wird, muss auch die RWTH allerhand unternehmen, um ein entsprechendes Lehr- und Arbeitsumfeld zu schaffen. Das sei nötig, so Nettekoven, „um als Hochschule bestehen zu können“.

Aachen muss sich da auch behaupten im Wettbewerb mit anderen Universitätsstädten. Und da gehört eine gute Infrastruktur für Forschung und Lehre zu den ganz wichtigen Standortfaktoren, meint der RWTH-Kanzler.

Damit sollen vor allem die ganz klugen Köpfe angelockt werden. „So bekommt man die tollen Professoren“, erklärt Nettekoven, „die kommen ja nicht nach Aachen, weil es hier so gute Printen gibt.“ Wobei aber auch die Printen und das Ambiente der historischen Altstadt in akademischen Kreisen durchaus verlockend wirken können. Dass man von den Hochschuleinrichtungen im Zentrum in nur wenigen Minuten den Markt erreichen könne, habe schon seinen Reiz, meint der RWTH-Kanzler.

„Wir wären schlecht beraten, wenn wir die Innenstadtlagen aufgeben würden.“ Umgekehrt profitiert auch das Wirtschaftsleben der Stadt. Von zentral gelegenen Hörsälen, Seminargebäuden oder Bibliotheken habe auch die umliegende Gastronomie einen Nutzen, meint Geva Aschhoff, die an der RWTH die Abteilung Baumanagement leitet.

Weil die Hochschule aber eine technische ist, wird dort nicht nur mit schlauen Büchern hantiert, sondern auch mit bisweilen gefährlichen Stoffen oder auch großen Gerätschaften. Solche Einrichtungen sind weiter draußen besser aufgehoben. Für das Center for Wind Power Drives (CWD) wäre in der Innenstadt auch gar kein Platz. Schließlich kommen hier voluminöse Windenergieanlagen auf einen Prüfstand, der in dieser Größenordnung europaweit einzigartig ist. Dafür braucht man eine Halle von entsprechenden Ausmaßen.

Sie steht auf dem Campus Melaten und gehört zu den sogenannten 91b-Bauten. Die werden von Land und Bund je zur Hälfte gefördert, müssen einen Wettbewerb durchlaufen und mit Alleinstellungsmerkmalen beweisen, dass sie diese Ehre auch verdient haben. In der Hochschullandschaft seien solche Bauten eher die Ausnahme, erklärt Kanzler Nettekoven, „aber in Aachen haben wir ziemlich viele davon“.

Es gibt aber auch noch andere, schließlich werden die Bauten der Hochschule auf allerlei Arten finanziert, etwa das Hochschulmodernisierungsprogramm oder sogannten MIetlistenverfahren. Da kommt allerhand zusammen: Rund 540 Millionen Euro hat das Land seit 2009 in die RWTH Aachen investiert.

Zu den eigenen Bauaktivitäten der Hochschule gehört der Neubau des Instituts für Kraftfahrzeuge (IKA). Auf dem Campus Melaten wird an der Vision vom „unfall und emissionsfreien Fahrerlebnis“ gearbeitet. Erforscht wird dabei nicht nur, was im Interesse der Sicherheit noch alles in die Autos hineingepackt werden kann, sondern auch, wie die Fahrer damit zurecht kommen. „Wir haben sogar einen Psychologen bei uns im Team“, berichtet Oberingenieur Dr. Micha Lesemann. Wesentlich mehr PLatz als der braucht aber ein hochdynamischer Fahrsimulator, der gerade im IKA installiert wird. Nächstes Jahr soll er an den Start gehen.

Dann sollte auch das Hörsaalzentrum an der Claßenstraße endlich fertig sein, auf das die TH schon so lange wartet. Und erst dann kann sich die Uni um einen angejahrten Altbau kümmern: Das denkmalgeschützte Audimax kann muss saniert werden. Das geht nur, wenn die Studenten zur Claßenstraße umgezogen sind.

Mehr von Aachener Nachrichten