RWTH Aachen: Etliche Baustellen bleiben auch im Jubiläumsjahr

Viel Investitionsbedarf an der RWTH : Auch im Jubiläumsjahr bleiben etliche Baustellen

Die seit Jahren fällige Sanierung des RWTH-Hauptgebäudes wird zum 150-jährigen Bestehen der Hochschule nicht beendet sein. Auch im Kármán-Auditorium und Audimax stehen umfassende Erneuerungsmaßnahmen an. Das Institut für Eisenhüttenkunde soll gar einem Neubau weichen.

Wenn an der Aachener Hochschule in absehbarer Zeit zu diversen Festivitäten anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Exzellenz-Uni im Jahr 2020 getrommelt wird, dann sollten die positiven Vibrationen sich gleichwohl besser in Grenzen halten – zumindest, und ausgerechnet, in der (mehr oder weniger) repräsentativen Zentrale der Akademikerschmiede. Denn nach wie vor bröckelt die gediegene Fassade des betagten Hauptgebäudes am Templergraben weithin sichtbar vor sich hin. Größere Erschütterungen wären da wohl fatal. Und daran wird sich so schnell nichts ändern, wie der zuständige Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) auf jüngste Nachfrage hin einräumte. Apropos betagt: Das große Gerüst vor den Fenstern hat seinerseits bereits über sechs Jahre auf dem Buckel.

Der viel zitierte Investitionsstau in den Landeskassen macht den Planern offensichtlich zu schaffen. In der Tat könne die Sanierung des Hauptgebäudes bis zum Jubiläumsjahr 2020 nicht vollständig abgeschlossen werden, heißt es beim BLB. Allerdings werde die Front des im Jahr 1868 fertiggestellten neoklassizistischen Baus bis dahin „optisch aufgewertet“, um der zu erwartenden Festprominenz einen angemessenen Empfang zu bereiten. Inzwischen nämlich sei neben gravierenden Schäden an der Fassade auch umfangreicher Reparaturbedarf im Inneren des Gebäudes festgestellt worden. Laut Presseabteilung der Hochschule wird ein Millionenbetrag fällig, um das Projekt zu stemmen. Unter anderem müssten Teile des Mauerwerks sowie Leitungen und Blitzableiter erneuert werden. Auch in Sachen Brandschutz bestehe Modernisierungsbedarf, ein moderner Aufzug soll zudem eingebaut werden. Eine solide Kostenkalkulation sei derzeit allerdings noch nicht möglich, heißt es beim BLB. Klar sei aber: Um die „intensiven Baumaßnahmen“ zu realisieren, müsse der Komplex am Templergraben für einige Zeit für den „laufenden Studienbetrieb“ geschlossen werden. Das Projekt soll allerdings erst nach den Jubiläumsfeierlichkeiten in Angriff genommen werden, berichtet RWTH-Sprecherin Renate Kinny.

Noch ein großer Sanierungsfall: Im Audimax müssen unter anderem Brandmeldeanlage, Beleuchtung, Heizung, Fenster und Fassade erneuert werden. Foto: ZVA/Michael Jaspers

Auf drangvolle Enge wird sich die entgegen manchen Erwartungen keineswegs rückläufige Zahl der Studierenden bis auf Weiteres also einstellen müssen. Zumal auch das unmittelbar benachbarte Kármán-Auditorium auf absehbare Zeit bekanntlich weitgehend dicht bleibt, weshalb die Hochschule vor Kurzem bereits „temporäre“ Hörsaal-Kapazitäten am Westbahnhof geschaffen hat. Der gut 40 Jahre alte Komplex muss ebenfalls umfassend auf Vordermann gebracht werden. Auch im Audimax an der Wüllnerstraße stehen laut BLB umfassende Modernisierungsmaßnahmen an. Derzeit werde die Brandmeldeanlage erneuert, Beleuchtung, Heizung, Fenster und Fassade stehen zwecks Modernisierung zudem auf der Agenda.

Abrissreif: Der Stammsitz des Instituts für Eisenhüttenkunde an der Turmstraße soll längerfristig einem Neubau weichen. An der Fassade wurde vorsorglich bereits ein Netz gespannt. Foto: ZVA/Michael Jaspers

Unterdessen könnten die Tage des Instituts für Eisenhüttenkunde vis-à-vis bald gezählt sein. Das Gebäude an der Turmstraße gilt als reif für die Abrissbirne, was laut BLB unter anderem auf das bröckeligen Baumaterial aus den Weltkriegstagen des vorigen Jahrhunderts zurückzuführen ist. Vor die Fassade ist mittlerweile ein Netz gespannt worden – als „Vorsichtsmaßnahme“, heißt es beim Landesbetrieb.