Aachen: RWTH: 80 Mitarbeiter gehen auf die Straße

Aachen : RWTH: 80 Mitarbeiter gehen auf die Straße

Auch Beschäftigte der RWTH haben am Donnerstag den Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst auf die Straße getragen. An der Ecke Wüllnerstraße/Schinkelstraße kamen bis zu 80 Beschäftigte aus Laboren, Verwaltung, Sicherheitsbereich, Handwerk und Bibliotheken zusammen, um auf die Forderungen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufmerksam zu machen.

Sie hatten nicht nur Flugblätter, sondern auch Paletten mit Brötchen und Gebackenem dabei, die an die ankommenden Mitarbeiter der verschiedenen Institute in der Umgebung verteilt wurden. Helga Junghans vom Fachbereich Bildung, Wissenschaft und Forschung: „Es gab viel Zustimmung, vom Studenten auf dem Fahrrad bis zum Institutsleiter im Mercedes." Die meisten freuten sich über die unverhoffte Stärkung vor Dienstantritt. In drei Stunden wurden allein 300 Stücke Streuselkuchen verteilt: „Wir haben mindestens 500 Leute erreicht." Nicht jeder der Teilnehmer blieb von 6.30 bis 9.30 Uhr stundenlang vor Ort, andere nahmen ihre Stelle ein, um Passanten und Verkehrsteilnehmer zu informieren. Anschließend gab es noch einen Warnspaziergang quer durch die Stadt, bis man sich zum Ausklang im Mensazelt des Kármán-Forums traf.

Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Corinna Groß war es zufrieden: „Das war für eine der ersten Aktionen sehr gut. Wir haben die Küchlein verteilt, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir den ganzen Kuchen wollen." Der besteht nicht nur aus einer Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent (mit einer sozialen Komponente), einer Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro und der verbindlichen Übernahme der Azubis, Regelungen zur Einschränkung befristeter Verträge, sondern auch in der Abwehr von Vorschlägen der Arbeitgeberseite, die Zahl der Urlaubstage zu reduzieren.

Jetzt schon verdienen Krankenschwestern, Straßenwärter, Sekretärinnen oder Handwerker, die im Öffentlichen Dienst der Länder angestellt sind, 2,3 Prozent weniger als ihre Kollegen, die bei Kommunen beschäftigt sind und die gleicht Arbeit verrichten. Da letztere zum 1. August eine Lohnerhöhung bekommen, steigt die Differenz dann auf 3,7 Prozent. Geschäftsführerin Groß: "Der Landesbereich hat über die Jahre gemerkt, dass die Gehälter weniger stark gestiegen sind. Es gibt enormen Nachholbedarf."

Deswegen sei es wichtig, dass „wir den Tarifstreit sichtbar gemacht haben und er nicht nur per Flugblatt in die Dienststelle gebracht wird". Vor der nächsten Verhandlungsrunde am 7. und 8. März werde es weitere Aktionen in Aachen geben.

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