Rund 80 Kunstwerke bei NAK-Benefizauktion versteigert

NAK-Benefizauktion : Viele Schätzchen gehen unter den Hammer

Anfänglich waren die Gäste noch zögerlich, dann wurde eifrig bei der NAK-Benefizauktion geboten: Rund 80 Kunstwerke kamen unter den Hammer. Weitere 50 werden noch bis Freitag im Rahmen einer „stillen Auktion“ versteigert.

„Zum ersten, zum zweiten…“. Prof. Henrik Hanstein vom Kölner Kunsthaus Lempertz blickte erwartungsvoll in die Besuchermenge. Niemand rührte sich. „Verkauft. Für Sie“, sagte er und verwies auf einen sichtlich erfreuten Mann. Bei der diesjährigen Benefizauktion des Neuen Aachener Kunstvereins (NAK) kamen rund 80 Kunstwerke unter den Hammer. Weitere 50 werden im Rahmen einer „stillen Auktion“ versteigert.

„Ich hoffe, dass was los ist“, beichtete NAK-Direktor Maurice Funken vor Auktionsbeginn. Für ihn war es eine Premiere. Zwar hat Funken bereits dreimal die Veranstaltung als Assistent begleitet, nun aber erstmals als Direktor. Umso erleichterter wirkte er, als pünktlich um 19 Uhr am Samstagabend zahlreiche Kunstinteressierte die Räumlichkeit an der Passstraße füllten. Kaum ein Platz blieb frei.

Doch die Gäste begannen bei der Auktion etwas zögerlich. Das „Allerweltbild“ von Vera Sous, in dem unter anderem Fäden einer Hose eines syrischen Asylsuchenden verarbeitet sind, fand für gerade einmal 400 Euro einen neuen Besitzer. Der Schätzpreis ist immerhin doppelt so hoch. Spätestens als die Leinwände von Michael Kunze unter den Hammer gerieten, begann dann der Wettkampf unter den Bietern. Mehr als 8000 Euro brachten seine beiden Werke „Rabenflügelschlagseite“ ein. Es sollten nicht die einzigen hohen Gebote bleiben.

Die Hälfte des Kaufpreises geht an den NAK

Ganz zur Freude von Funken – denn nicht zuletzt der NAK selbst profitiert von der Benefizauktion. Die Hälfte des Kaufpreises fließt in die Kasse des Kunstvereins, den Rest erhalten die Künstler, falls sie ihren Teil nicht spenden wollen. „Wenn 50 000 Euro für uns übrigbleiben, wäre ich super happy“, resümierte Funken im Vorhinein.

Ein riesiges Wandpiercing, ein Kunstwerk aus Baustahl, ein mit Sprühfarbe bemalter Spiegel, Fotografien und Gemälde – die Bandbreite der Kunst war wie immer sehr groß. Besonders heiß wurde der Gebote-Kampf bei der titellosen Zeichnung eines Berges von Arno Beck, das der Künstler mithilfe einer Schreibmaschine fertigte. „Verkauft für 2100 Euro“, verkündete Hanstein, nachdem er mit seinem weißen Auktionshammer auf den Tisch klopfte. „An einen telefonischen Bieter.“

Alle 130 Kunstwerke kamen am Samstagabend jedoch nicht unter den Hammer. „Das wäre einfach zu viel“, begründete Funken. Die nicht versteigerten Werke können noch bis 12 Uhr am Freitag, 20. Dezember, per stiller Auktion beim NAK erworben werden. „Das höchste schriftliche Gebot erhält den Zuschlag“, sagte der Direktor. Mit Sicherheit verbirgt sich darunter auch das ein oder andere Schätzchen.

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